Nach Gewinneinbruch: Bei Bosch könnten noch mehr Stellen wegfallen

Nach Gewinneinbruch: Bei Bosch könnten noch mehr Stellen wegfallen

Bosch-Mitarbeiter in einer Produktionsstätte

Stand: 30.01.2026 17:28 Uhr

Beim Bosch-Konzern hat sich der Gewinn fast halbiert, auch der Ausblick ist durchwachsen. Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Allein in Deutschland sollen bis 2030 mehr als 20.000 Stellen wegfallen.

Von Christof Gaißmayer und Tim Kukral, SWR

Es war für Bosch ein “schwieriges, teils auch schmerzhaftes” Jahr, sagt Konzernchef Stefan Hartung in Stuttgart bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Mit Blick auf 2026 sagt er: “Ich kann keine Ruhe versprechen.” Schließlich müssten die “Maßnahmen”, die Bosch angekündigt hat, auch umgesetzt werden, und das bedeute eben keine Ruhe.

Mit den “Maßnahmen” meint Hartung vor allem den massiven Stellenabbau bei Bosch: Bis 2030 sollen allein im Automobilbereich mehr als 20.000 Jobs gestrichen werden. Dass es dabei bleibt, ist nicht garantiert: Es sei “nicht sichergestellt, dass es nicht neue Maßnahmen geben muss”, so Hartung: “Nur in der Dimension, wie wir das jetzt machen mussten im letzten Jahr, wird es mit Sicherheit jetzt nicht sofort wieder Maßnahmen geben.” Das könne er ausschließen.

Stellenabbau verursacht zunächst Kosten

Der Stellenabbau kostet Bosch viel Geld, etwa durch Rückstellungen für Abfindungen und Sozialpläne. Auch deshalb habe der operative Gewinn bei Bosch im vergangenen Jahr nur 1,7 Milliarden Euro betragen. Im Vorjahr lag die Zahl fast doppelt so hoch. Neben den Umstrukturierungsmaßnahmen macht Bosch rückläufige Verkäufe und ungünstige Währungseinflüsse für den Gewinneinbruch verantwortlich.

Und die Erwartungen fürs laufende Jahr sind gedämpft. Erst 2027 erwartet der Konzern deutliche Verbesserungen, allerdings nur in einzelnen Märkten. Gerade der für Bosch wichtigste Bereich, das Automobilgeschäft, steht weiter unter Druck.

Abhängigkeit der Zulieferer vom Automobilsektor

Der schwächelnde Absatz in Asien, wo Kunden mittlerweile öfter Autos aus heimischer Produktion kaufen, ist ein wesentlicher Faktor für die Krise der deutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer. Anders als in China haben sich die Kunden in Europa größtenteils noch nicht auf die Elektromobilität eingelassen. Dazu kommen die Zölle von Präsident Donald Trump in den USA.

Für Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen ist die Abhängigkeit von Zulieferern wie Bosch von den deutschen Automobilherstellern eines der Hauptprobleme, angesichts der “schwachen globalen Automobilnachfrage” und dem “verzögerten Hochlauf der Elektromobilität”. Dazu kämen die hohen Produktionskosten in Deutschland.

“Große Sorgen um den Standort Deutschland”

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bosch machen sich “große Sorgen um den Standort Deutschland”, erzählt Luigi Bigotto. Er arbeitet seit 38 Jahren bei Bosch in Waiblingen, doch dieses Werk wird der Konzern bis Ende 2028 schließen. Bigotto verhandelt als Betriebsrat darüber, wie es für die Mitarbeiter weitergehen soll.

Sein Eindruck: Es gehe der Geschäftsführung von Bosch “vor allem um Gewinnmaximierung”. Mit Blick auf die Arbeitsplätze befürchtet Bigotto eine weitere “Verschiebung in Billiglohnländer”.

Harter globaler Wettbewerb

Bosch-Chef Hartung betont, wie hart der globale Wettbewerb für sein Unternehmen sei: “Es treten immer neue Wettbewerber auf.” Dazu kämen “weitere geopolitische Veränderungen”. In Deutschland sei vor allem “die Kostensituation” eine Belastung für die Unternehmen, dazu komme die seiner Meinung nach zu strenge Regulierung: “Das meiste regelt der Markt”, sagt Hartung, und auf dieses Prinzip solle man sich “auch wieder hinbewegen”.

Sein Konzern will sich jetzt darauf fokussieren, die angekündigten Stellenstreichungen zu regeln und umzusetzen. Klar ist, dass auch die kommenden Jahre für Bosch und seine Belegschaft nicht einfach werden.

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