Die Inflation ist in Deutschland im Januar gestiegen als gedacht. Gegenüber dem Vormonat legte sie auf 2,1 Prozent zu. Das gab das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt.
In Deutschland sind die Lebenshaltungskosten erneut gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats – nach 1,8 Prozent Inflation im Dezember, wie das Statistische Bundesamt heute auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.
Volkswirten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Anstieg auf 2,0 Prozent gerechnet. Das ist auch das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB).
Kaffee, Schokolade und Fleisch deutlich teuer
Größter Preistreiber im Januar blieben den Angaben zufolge die Dienstleistungen, die sich überdurchschnittlich um 3,2 Prozent verteuerten. Hier schlägt sich die Verteuerung des Deutschlandtickets für bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr nieder.
Für Lebensmittel mussten die Menschen laut den Statistikern im Januar 2,1 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Im Dezember hatten die Nahrungsmittelpreise um 0,8 Prozent angezogen. Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren nach Daten aus den Bundesländern vor allem Kaffee, Schokolade und Fleisch, aber auch Obst und Gemüse.
Entlastung der Regierung kommt nicht an
Enttäuschend ist die Entwicklung im Bereich Gastronomie. In vielen Restaurants und Cafés bemerken die Gäste nichts davon, dass zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent gesenkt wurde. Viele Betriebe behalten die Steuerersparnis ein.
Die Ökonomin Stephanie Schoenwald von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verwies darauf, dass auch die im Vormonatsvergleich anziehenden Energiepreise einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Hier trügen die geopolitischen Risiken zur Teuerung bei.
Dem entgegen verwies der Chefökonom Michael Heise von der Vermögensberatung HQ Trust darauf, dass die staatlichen Maßnahmen die Verbraucher in der Summe wohl eher leicht belastet hätten. “Geringeren Umlagen und Entgelten bei Strom und Gas standen höheren CO2 Abgaben für Heizöl, Gas und Kraftstoffe gegenüber”, so Heise in einem Kommentar.
Stabile Inflationsdaten in den nächsten Monaten?
Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel könnte die Inflationsrate in Deutschland für einige Monate unter die Marke von zwei Prozent rutschen. Dennoch spricht aus Sicht von Ökonomen viel dafür, dass die Teuerung im Gesamtjahr 2026 knapp über zwei Prozent liegen wird.
Dafür dürfte auch die jüngste Mindestlohnerhöhung sorgen. Denn viele Unternehmen geben gestiegene Kosten an ihre Kundschaft weiter. Gedämpft wird die Inflation hingegen vom starken Euro, der Importe nach Deutschland verbilligt.
Besonders bei den Energiepreisen könnte sich das bemerkbar machen. Zum Beispiel beim Öl spielt ein stärkerer Euro eine große Rolle. Öl wird in Dollar abgerechnet, beim Wechselkurs wirkt sich der stärkere Euro dann als Entlastung aus.
