Angesichts der Spannungen mit Kanada hat US-Präsident Trump mit einem Zoll von 50 Prozent auf in den USA gebaute Flugzeuge und einem Lizenentzug gedroht. Im Kern geht es dabei um die Verhinderung eines Handelsabkommens mit China.
US-Präsident Donald Trump hat Kanada mit Zöllen in Höhe von 50 Prozent auf alle in den USA verkauften Flugzeuge gedroht.
In seiner Ankündigung, die er in den sozialen Medien veröffentlichte, erklärte der Präsident, er reagiere damit auf Kanadas Weigerung, Flugzeuge des im US-Bundesstaat Georgia ansässigen Herstellers Gulfstream Aerospace zu zertifizieren. Im Gegenzug würden die USA zudem allen kanadischen Flugzeugen, einschließlich der Maschinen des Herstellers Bombardier, die Zertifizierung entziehen, sagte Trump.
Der Lizenzentzug betrifft der Nachrichtenagentur AFP zufolge den Hersteller Bombardier, die Airbus-Reihe A220 und CRJ-Regionalflugzeuge. Das in Quebec ansässige Unternehmen Bombardier erklärte, es habe von Trumps Aussage “Kenntnis genommen” und stehe “in Kontakt mit der kanadischen Regierung”. Tausende in Kanada hergestellte Flugzeuge flögen täglich in die USA. Man hoffe, dass schnell eine Lösung gefunden werde, um Auswirkungen auf den Flugverkehr zu vermeiden.
Experte: “Zulassung keine Banalität”
Luftfahrtexperte John Gradek von der McGill-Universität sagte, falls die USA einem Flugzeug die Zulassung für den Luftverkehr aus handelspolitischen Gründen entziehen sollten, wäre dies beispiellos. “Die Zulassung ist keine Banalität. Sie ist ein sehr wichtiger Schritt, damit Flugzeuge sicher betrieben werden können”, sagte Gradek.
Trumps Zolldrohung folgte auf seine Ankündigung vom Wochenende, wonach er einen Zoll von 100 Prozent auf aus Kanada importierte Waren verhängen wolle, für den Fall, dass das Nachbarland ein Handelsabkommen mit China vorantreibe.
