Britischer Premier Starmer besucht Chinas Staatschef Xi

Britischer Premier Starmer besucht Chinas Staatschef Xi

Keir Starmer und Xi Jinping

Stand: 29.01.2026 13:45 Uhr

Der britische Premierminister Starmer strebt eine Kehrtwende der Beziehungen zu China an. Als erster Regierungschef seines Landes seit acht Jahren besuchte er Xi Jinping in Peking und sprach von “wirklich guten Fortschritten”.

Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hat bei seinem Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in Peking für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder geworben.

Mit der ersten China-Reise eines britischen Regierungschefs seit acht Jahren erklärte Starmer die “Eiszeit” zwischen London und Peking für beendet.

Bisherige Spannungen zwischen Großbritannien und China

Das britisch-chinesische Verhältnis war zuletzt stark abgekühlt. Sowohl der Kurs Pekings in der früheren Kronkolonie Hongkong als auch der Umgang mit der Minderheit der Uiguren hatten zu Kritik und Zurückhaltung aus London geführt.

Doch nun soll es eine Annäherung geben. Insbesondere vor dem Hintergrund internationaler Spannungen strebe Starmer “eine ausgereiftere Beziehung” mit China an und bezeichnete das Land als “zentralen Akteur auf der globalen Bühne”. “Wir haben einige wirklich gute Fortschritte gemacht”, sagte Starmer nach dem Treffen mit Xi gegenüber dem Sender Sky News.

Starmer strebt engere Handelsbeziehungen an

So habe es Beratungen über eine Reduzierung der Zölle für Whisky aus Großbritannien, visafreie Reisen nach China und Zusammenarbeit bei der Bekämpfung irregulärer Migration gegeben. Durch engere Handelsbeziehungen mit China erhofft sich Starmer zudem niedrigere Preise für britische Verbraucher und neue Arbeitsplätze.

Xi erklärte nach offiziellen chinesischen Angaben, China sei bereit, mit Großbritannien eine langfristige, stabile und umfassende strategische Partnerschaft zu entwickeln. Er sei überzeugt, dass beide Länder ein neues Kapitel der chinesisch-britischen Beziehungen aufschlagen könnten.

Dennoch bleiben Spannungsfelder zwischen China und Großbritannien bestehen. Dazu zählen aus britischer Sicht Sicherheits- und Spionagebedenken sowie der Umgang mit chinesischen Investitionen in kritische Infrastruktur. Starmer betonte, man habe diese und weitere kritische Themen in einer “respektvollen Diskussion” angesprochen.

Kanada, Frankreich und Deutschland suchen Kontakt zu China

Auch andere Länder wollen den Kontakt zu Peking wiederherstellen. Hintergrund sind unter anderem die Spannungen mit dem bisher wichtigen Partner USA. Kanada hatte jahrelang keinen Regierungschef mehr nach Peking entsandt, bevor es Mitte Januar wieder zu einem hochrangigen Treffen kam, bei dem auch neue Handelsabsprachen getroffen wurden. Die Regierungschefs von Irland und Finnland waren im Januar ebenfalls zu Gesprächen in China.

Im Dezember hatte zudem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch für stabilere Beziehungen mit Peking geworben. Bundeskanzler Friedrich Merz will der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt laut Medienberichten Ende Februar einen Besuch abstatten.

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