Der Softwarekonzern SAP hat die Anleger mit seinen Quartalszahlen und dem Ausblick enttäuscht. Gebeutelt von hohen Verlusten der schwergewichtigen Aktie hat auch der DAX heute deutlich nachgegeben.
Die SAP-Aktie ist kräftig abgesackt – und das, obwohl Europas größter Softwarehersteller wächst und mehr Gewinn macht. Das Unternehmen aus Walldorf in Baden-Württemberg konnte seine Zahlen zwar verbessern und hat ehrgeizige Ziele für 2026.
Dennoch sorgen die Auftragszahlen im wichtigen Cloudgeschäft dafür, dass die Aktie zwischenzeitlich um rund 16 Prozent auf 165 Euro fiel – und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Einen größeren Tagesverlust gab es im Herbst 2020, als SAP wegen eines Strategieschwenks hin zur Cloud die Geschäftsziele drastisch zusammenstrich.
Hartes Geschäft für SAP
Immer mehr Nutzer haben Software nicht mehr auf dem eigenen Rechner, sondern greifen über das Internet auf sie zu – in der sogenannten Cloud. Das Geschäft mit Cloudsoftware ist für Europas größten Anbieter daher der größte Wachstumstreiber. Gegen Ende des vergangenen Jahres konnte SAP jedoch nicht so viele Verträge für Cloudsoftware abschließen wie erhofft.
Der Walldorfer Softwarehersteller kann seine Anleger über die Enttäuschung nicht hinwegtrösten. Auch 2026 dürfte das Wachstum des Vertragsbestands auf Sicht der kommenden zwölf Monate im Vergleich mit dem Vorjahr zurückgehen. Um die Investoren bei Laune zu halten, plant das Unternehmen in den kommenden zwei Jahren bis zu zehn Milliarden Euro in Aktienrückkäufe zu stecken.
Aktie rutscht ab
Das SAP-Papier rutschte bereits nach Handelsstart um rund 12 Prozent auf 173 Euro ab und markierte den tiefsten Stand seit Mitte 2024. Seit dem Rekordhoch vor knapp einem Jahr summiert sich der Verlust damit auf rund 40 Prozent.
Die Aktie hat zurzeit ohnehin einen schweren Stand. Investoren haben zuletzt Software-Anbieter im Portfolio abgestoßen – sie fürchten Konkurrenz und ein zunehmend schwieriges Geschäftsumfeld angesichts des rasanten Wachstums von Künstlicher Intelligenz (KI).
SAP-Chef Klein setzt auf Profitabilität
“Ich mache diesen Job jetzt seit sechs Jahren. Ich habe viele Höhen und Tiefen erlebt”, sagte Vorstandschef Christian Klein bei der Bilanzvorlage. Der aktuelle Aktienkurs sei nicht schön. Aber er sei sich sicher, dass SAP “einzigartig positioniert” sei, um das Rennen bei KI im Geschäftsbereich zu gewinnen. Nun sei es wichtig, sich voll und ganz auf die Umsetzung der eigenen Strategie zu konzentrieren – unabhängig vom Kapitalmarkt. “Dann werden wir auch wieder andere Zeiten erleben.”
Trotz der aktuell trüben Aussichten setzt der SAP-Chef deshalb beim Umsatz auf weitere Beschleunigung sowie eine Ausweitung der Profitabilität. “SAP Business AI ist zu einem wichtigen Wachstumstreiber geworden und bereits in zwei Drittel unserer Cloud-Vertragsabschlüsse im vierten Quartal enthalten”, sagte Klein.
DAX gibt nach
Der DAX knüpft derweil an seine jüngste Konsolidierung an. Die massiven Verluste der schwergewichtigen SAP-Aktie haben ihn deutlich nach unten gezogen. Am frühen Nachmittag notierte der deutsche Leitindex knapp 1,1 Prozent im Minus bei 24.554 Punkten. Für zwei Drittel der Verluste sind allein die Papiere von SAP verantwortlich.
