Tesla verbucht 2025 erstmals Umsatzrückgang

Tesla verbucht 2025 erstmals Umsatzrückgang

Tesla Logo auf einer schneebedeckten Motorhaube.

Stand: 29.01.2026 12:19 Uhr

Der Autohersteller Tesla hat zum ersten Mal in seiner Geschichte ein ganzes Jahr mit einem Umsatzrückgang verbuchen müssen. Der Konzern spürt den Rückgang beim Absatz seiner Fahrzeuge.

Der US-Elektroautobauer Tesla hat im vergangenen Jahr erstmals einen Umsatzrückgang verbucht. Die Erlöse fielen 2025 angesichts gesunkener Auslieferungen um rund drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen nach Börsenschluss in den USA mitteilte. Der Jahresgewinn fiel um 46 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Dollar.

Als Grund für den Rückgang gab Tesla gestiegene Kosten und gesunkene Einnahmen an. Das zweite Jahr in Folge hat der von Elon Musk geführte Konzern weniger Autos ausgeliefert als im Jahr zuvor. Der Absatz sank im vorigen Jahr um 8,5 Prozent auf gut 1,6 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht. Das politische Gebaren von Firmenchef Musk hat zuletzt Experten zufolge jedoch viele Käufer verschreckt.

US-Politik belastet den Gewinn

Nicht nur der Absatzrückgang, auch die Politik der US-Regierung schmälert den Gewinn von Tesla. Die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos ist inzwischen ausgelaufen. Außerdem hat US-Präsident Donald Trump Tesla auch eine verlässliche Geldquelle entzogen: die Einnahmen aus dem Handel mit Emissionszertifikaten.

In den vergangenen Jahren hatte Tesla seine Gewinne mit dem Verkauf der Verschmutzungsrechte immer wieder aufgebessert. Nachdem die Regeln für den CO2-Handel unter Trump ausgehöhlt wurden, sind andere Unternehmen weniger an den zugehörigen Zertifikaten interessiert.

Als Hersteller von E-Autos konnte Tesla seine Zertifikate verkaufen, weil der Konzern sie nicht brauchte. Die Erlöse daraus fielen im vergangenen Quartal auf 542 Millionen Dollar. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 692 Millionen Dollar. Insgesamt verdiente Tesla damit im Gesamtjahr 2024 rund 2,76 Milliarden Dollar.

Modelle S und X werden eingestellt

Dazu kommt, dass der Umbau des Unternehmens aktuell viel Geld kostet. Firmenchef Musk stimmte nach der Vorlage der Zahlen seine Mitarbeiter und die Aktionäre auf eine Zukunft mit Robotern und Robotaxis ein. Die älteren Modelle S und X werden eingestellt, um Kapazitäten für die Roboter-Produktion freizumachen.

Besonders das Modell Tesla S hat seinerzeit den Ruf des Konzerns als Vorreiter der Elektromobilität begründet. Es wurde 2012 eingeführt und war das erste komplett von Tesla entwickelte Fahrzeug. Zuletzt wurden diese Autos aber kaum mehr ausgeliefert.

In diesem Jahr soll die Fertigung des Robotaxi-Fahrzeugs Cybercab ohne Lenkrad und Pedale beginnen. Davon werde man mit der Zeit vielfach mehr Wagen bauen als von allen anderen Modellen zusammen, so Musk. Auf den bisherigen Produktionslinien für Model S und X sollen künftig die humanoiden Roboter von Tesla mit dem Namen Optimus gebaut werden und Ende 2027 in den Verkauf kommen.

Konkurrenz ist groß

Ob all diese Ziele erreicht werden können, ist unter Fachleuten allerdings umstritten. Bisher hinkt Tesla mit seinen Roboter-Fahrzeugen der Konkurrenz hinterher. Der Tech-Milliardär ist allerdings bekannt dafür, übermäßig ambitionierte Ziele auszugeben und Fristen zu setzen, die er später nicht einhält.

Bisher gibt es von Tesla nur einige fahrerlose Robotaxis in der texanischen Stadt Austin und im Bundesstaat Kalifornien. Sie wurden zuletzt aber noch von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet. In Kalifornien muss zur Sicherheit ein Fahrer am Lenkrad sitzen. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2.500 fahrerlose Wagen in mehreren US-Städten und ist auf Expansionskurs.

Ob Tesla wie geplant beim autonomen Fahren nur mit Kameras auszukommen kann, ist ebenfalls unklar. Waymo und andere Hersteller setzen zusätzlich auf weitere Sensoren, vor allem Laser und Radar, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Tesla hofft durch den Verzicht auf diese Technik einen enormen Kostenvorteil.

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