Marktbericht: DAX tritt auf der Stelle

Marktbericht: DAX tritt auf der Stelle

Blick in die Frankfurter Börse


marktbericht

Stand: 28.01.2026 10:16 Uhr

Der DAX tritt zur Wochenmitte auf der Stelle. Die anstehende Flut an Unternehmensbilanzen und der Zinsentscheid in den USA lassen Investoren vorsichtig werden. Der steigende Euro dämpft die Stimmung zusätzlich.

Abwarten ist die Devise an der Frankfurter Börse: Das liegt daran, dass eine Flut von Unternehmenszahlen veröffentlicht wird und die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Abend über den Leitzins in den USA entscheidet. Der Euro, der immer weiter steigt, bremst zusätzlich. Immerhin ein Sektor sticht positiv heraus: die Chipbranche.

Der DAX steht im frühen Handel bei 24.870 Punkten – ein moderater Abschlag von 0,1 Prozent. Am Dienstag war er mit einem ebenfalls moderaten Minus von 0,15 Prozent bei 24.894 Punkten aus dem Handel gegangen. Auch am Vortag hatte die Stärke des Euro – resultierend aus einer eklatanten Dollar-Schwäche – die Stimmung belastet.

Der Chip-Sektor ist davon heute unbelastet. Denn die Chip-Aktien legen zu: Der Chipausrüster ASML aus den Niederlanden hatte am Morgen einen rekordhohen Auftragseingang gemeldet und sich optimistisch für das laufende Jahr geäußert. Das hebt die Stimmung in der gesamten Branche. An der Börse steigen die Aktien von Infineon und STMicroeletronics. Infineon-Aktien erreichen den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Elmos-Aktien sind rekordteuer.

Im MDAX ziehen Wacker Chemie-Aktien nach anfänglichen Verlusten an. Wacker Chemie hatte im Jahr 2025 beim operativen Gewinn selbst die zuletzt deutlich gesunkenen Markterwartungen noch klar verfehlt, kommentierte der Analyst Chetan Udeshi von JPMorgan. Allerdings: Um Sonderaufwendungen für das laufende Sparprogramm bereinigt, liegt der Gewinn nur etwas unter der Markterwartung.

Die Eckdaten für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 seien sehr schwach, so Udeshi weiter. Abgesehen vom generell schwierigen Branchenumfeld habe Wacker auch noch unter eigenem Lagerbestandsabbau gelitten, der zu deutlich geringerer Kapazitätsauslastung geführt habe, so der Experte.

Die Vorgaben aus den USA sind derweil durchwachsen. Der Leitindex Dow Jones gab um 0,8 Prozent auf 49.003 Zähler nach – belastet von Kursverlusten bei Krankenversicherern und Tech-Werten. Der marktbreite S&P 500 erreichte indes mit knapp 6.979 Punkten einen Rekord: ein Plus von 0,4 Prozent. Die Marke von 7.000 Punkten rückt nun in greifbare Nähe. Der Technologieindex Nasdaq 100 1,0 Prozent auf 25.958 Zähler.

Einmal mehr erreicht auch Gold einen Rekord: Erstmals kostete eine Feinunze mehr als 5.200 Dollar. Allein seit Jahresbeginn legte das Edelmetall mittlerweile 22 Prozent an Wert zu. Ein Kommentar des US-Präsidenten Donald Trump zur schwachen Entwicklung des Dollar hatte erneute Verkäufe bei der Währung ausgelöst: Trump hatte die Entwicklung des Dollar als “hervorragend” bezeichnet. Da Gold überwiegend in der US-Währung gehandelt wird, führen fallende Dollar-Notierungen meist zu Gewinnen am Goldmarkt.

Auch der Silberpreis legte nach den Worten Trumps kräftig zu. Am Mittwochmorgen zog er um weitere drei Prozent auf 115,50 Dollar an. Dies reichte allerdings nicht zu einem weiteren Rekord.

Zur Wochenmitte rücken einmal mehr die USA in den Mittelpunkt des Geschehens: Heute entscheidet die Fed über die Höhe der Zinsen. Voraussichtlich wird das Zinsniveau unverändert bleiben. Ökonomen erwarten ganz überwiegend, dass der Leitzins in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent verharrt. “Aufgrund der robusten US-Konjunktur und der weiterhin zu hohen Inflation dürfte die Fed die Zinsen vorerst unverändert lassen”, schreibt Berenberg-Volkswirt Felix Schmidt. Im Dezember hatten die Währungshüter den Zins noch um 0,25 Prozentpunkte reduziert.

Im Blick stehen vor allem der anstehende Führungswechsel in der US-Notenbank – der Vertrag von Jerome Powell läuft im Mai aus – und der starke Druck, den US-Präsident Donald Trump ausübt, die Zinsen zu senken. Zuletzt eskalierte der Konflikt mit der Einleitung rechtlicher Maßnahmen gegen den Fed-Chef. Die Auseinandersetzung verunsichert Marktteilnehmer und ist einer der Gründe für die Schwäche des Dollars.

Weitere wichtige Ereignisse sind heute die Quartalszahlen von Meta, Microsoft und Tesla nach Handelsende in den USA. Bei den Tech-Konzernen bleibt die Frage, inwieweit Investoren bereit sind, die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) mitzutragen, während offen ist, wann sich diese Summen auszahlen.

Laut ‍Ipek Ozkardeskaya von der Bankengruppe Swissquote wollen Investoren sehen, dass Geld von Endkunden, Unternehmen und Drittanbietern in das KI-Ökosystem fließt. “Bis die Nachfrage tatsächlich anzieht, könnte ein Teil der Infrastruktur bereits veraltet sein – mit der Folge, dass ein Teil der heutigen Investitionen ins Leere läuft”, warnte die Expertin.

Bei Tesla steht im Blickpunkt, ob das Geschäft mit selbstfahrenden Autos vorankommt. Mit Elektro-Autos dürften das Unternehmen zum Jahresende weniger Gewinn und Umsatz gemacht haben.

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