Der chinesische Sportartikelhersteller Anta wird größter Aktionär bei Puma. Damit will der Konzern auf dem internationalen Markt bekannter und wettbewerbsfähiger werden. Wer ist Anta?
Den chinesischen Sportartikelhersteller Anta gibt es bereits seit 35 Jahren. Das Unternehmen mit Sitz im chinesischen Landesteil Fujian an der Ostküste ist einer der größten Sportartikelhersteller der Welt – und befindet sich hinter Nike und Adidas in den Top drei.
Zum Konzern gehören inzwischen auch zahlreiche internationale Marken, die Anta gekauft hat, darunter die Tennismarke Wilson, die Bergsportmarke Salomon und die Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin und Arc’teryx. Mit den Anteilen an der deutschen Traditionsmarke Puma will Anta eigenen Angaben zufolge seine internationale Präsenz ausbauen.
Sponsor der Winterspiele 2022
Vor vier Jahren hat Anta zu den olympischen Winterspielen in China internationale Aufmerksamkeit erhalten, als die Marke weltweit auf den Fernsehbildschirmen gezeigt wurde. Denn Anta war offizieller Partner und Sponsor der Winterspiele. Das bedeutete, dass die chinesischen Athleten Anta trugen und sich selbst der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping bei einem Besuch der olympischen Sportstätten in einer Winterjacke von Anta zeigte.
In China ist Anta mittlerweile die erfolgreichste heimische Sportmarke, sowohl beim Marktanteil als auch beim Umsatz.
Internationale Kritik an Produktionsbedingungen
Im Jahr 2024 hat Anta lokalen Medienberichten zufolge den US-amerikanischen Sportartikelhersteller Nike auf dem chinesischen Markt als Marktführer abgelöst. Chinesische Staatsmedien hatten 2021 dazu aufgerufen, ausländische Marken zu boykottieren.
Zuvor hatten mehrere ausländische Mode- und Sportmarken erklärt, keine Baumwolle mehr aus dem nordwestchinesischen Landesteil Xinjiang zu verwenden, weil die Produktion im Zusammenhang mit Zwangsarbeit stehen könnte. Menschenrechtsorganisationen und zahlreiche Regierungen weltweit werfen Chinas kommunistischer Führung massive Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang vor. China selbst streitet das ab.

