marktbericht
Der DAX setzt seine Stabilisierungsversuche fort. Im Blickpunkt steht dabei die runde Marke von 25.000 Punkten. Die Vorgaben aus den USA sind gut, neue Zolldrohungen gegen Südkorea nehmen die Märkte gelassen auf.
Der DAX versucht sich heute weiter zu stabilisieren. Vor dem Xetra-Start taxiert der Broker IG den deutschen Leitindex mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 24.998 Punkten. Das zwei Wochen alte Rekordhoch von gut 25.507 Punkten bleibt damit zwar noch etwas entfernt. Allerdings hat sich der DAX von seinem in der Vorwoche erreichten tiefsten Stand seit Ende 2025 auch schon wieder erholt.
Gestern war der DAX kaum verändert bei 24.933 Punkten aus dem Handel gegangen. Der bremsende Faktor an den Aktienmärkten bleibe die politische Entwicklung in den USA, fasst Strategin Christine Romar von CMC Markets zusammen.
Unter technischen Gesichtspunkten bleibe der Ausblick getrübt, solange sich der DAX nicht deutlicher von der 21-Tagelinie absetzen könne. Derzeit liege sie bei 24.902 Punkten, schreiben die Marktbeobachter der Helaba in ihrem Tageskommentar.
Auch neue Zolldrohungen könnten heute Thema an den Finanzmärkten werden. Diesmal wendet sich US-Präsident Donald Trump gegen Südkorea. Die USA haben ihre Zölle für Exportprodukte aus Südkorea von 15 auf 25 Prozent hochgeschraubt. Betroffen sind unter anderem Autos und Medikamente.
Grund ist laut Trump eine im vergangenen Jahr erzielte Handelsvereinbarung. Sie sei noch immer nicht vom südkoreanischen Parlament bestätigt worden. Aus Südkorea werden unter anderem viele Autos der Marken Kia und Hyundai in die USA geliefert sowie Halbleiter und Elektronik.
Der südkoreanische Aktienmarkt reagiert gelassen, der Kospi-Index steigt um rund 0,8 Prozent. In Tokio legt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,5 Prozent auf 53.123 Punkte zu. Die chinesischen Börsen zeigen sich dagegen wenig verändert.
“Die neuen Zolldrohungen von Donald Trump konnten dem Markt bislang nicht schaden”, stellt Thomas Altmann fest, Marktexperte von QC Partners. “Bei Zolldrohungen ist der Markt in den vergangenen Monaten deutlich widerstandsfähiger geworden.” Anleger hätten sich daran gewöhnt, dass nur einem Bruchteil der Drohungen auch tatsächlich Zölle folgten.
An der Wall Street hatten die Indizes gestern zugelegt. Der US-Leitindex Dow Jones hatte sich mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 49.412 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,5 Prozent auf 6.950 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 0,4 Prozent auf 23.601 Stellen an.
Mit Spannung blicken Investoren dort auf die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die ihre zweitägige Zinssitzung heute beginnt. Am Mittwoch wird der Zinsentscheid verkündet. “Die in dieser Woche anstehenden Gewinne der großen Unternehmen dürften dazu beitragen, die Stimmung in Bezug auf den KI-Handel und den immer noch angeschlagenen Tech-Sektor zu beeinflussen, aber die Fed wird wahrscheinlich die Politik in den Schlagzeilen halten”, sagt Chris Larkin vom Broker E*Trade.
Die Puma-Aktie könnte heute einen Blick wert sein: Der Sportartikelkonzern könnte bald einen neuen Großaktionär haben. Der chinesische Konkurrent Anta will für 1,5 Milliarden Euro bei Puma einsteigen. Der Anteil soll rund 30 Prozent betragen. Anta übernimmt ihn von der Investmentgesellschaft der französischen Familie Pinault.
Puma hatte zuletzt mit einer schwächeren Nachfrage zu kämpfen. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres war der Umsatz um 15 Prozent zurückgegangen. Mit Anta als Partner soll die Wende gelingen.
