Weimar: Aufarbeitung der NS-Verbrechen als permanente Aufgabe

Weimar: Aufarbeitung der NS-Verbrechen als permanente Aufgabe

Kerzen brennen am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin

Stand: 27.01.2026 06:58 Uhr

Zum Holocaust-Gedenktag ruft Kulturstaatsminister Weimer dazu auf, Erinnerung lebendig zu halten – und nimmt dabei Politik und Kultur in die Pflicht. Mit zahlreichen Veranstaltungen wird heute der NS-Opfer gedacht.

Zum Holocaust-Gedenktag hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen als eine permanente Aufgabe bezeichnet. Gerade in einer Zeit, in der antisemitische Ressentiments wieder offen zutage träten, dürfe Erinnerung weder verblassen noch zu einem bloßen Ritual erstarren, sagte Weimer. Die NS-Verbrechen sind nach seinen Worten ein beispielloser Abgrund der Geschichte, der bis heute nachwirkt. Die Auseinandersetzung damit sei “eine kontinuierliche Arbeit am kulturellen Gedächtnis Deutschlands und der Welt”.

Weimer sprach von einer Verantwortung der Politik und Kultur, neue Wege der Vermittlung zu gehen: “Die Bundesregierung und mein Haus werden deshalb nicht nachlassen zu erinnern, zu gedenken, zu mahnen – und, das ist entscheidend, neue Formen des Erinnerns zu wagen.” Die junge Generation habe eine besondere Bedeutung. “Es nützt nichts, in elitären Echokammern zu verharren. Wir müssen den Dialog dort führen, wo die Fragen gestellt werden.”

Gedenkstunde im Bundestag am Mittwoch

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, auch Holocaust-Gedenktag genannt, erinnert an die Befreiung überlebender Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Januar 1945 durch die Rote Armee. In dem größten NS-Lager wurden schätzungsweise etwa 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ermordet, die überwiegende Mehrheit von ihnen waren Jüdinnen und Juden.

Der Gedenktag wird mit vielfältigen Veranstaltungen in ganz Deutschland begangen. Geplant sind Gedenkstunden in Landesparlamenten sowie Gottesdienste, Namenslesungen und Kranzniederlegungen. Die traditionelle Gedenkstunde im Bundestag für die Opfer des Nationalsozialismus ist für Mittwoch geplant. Gastrednerin ist die 1938 in Gdingen bei Danzig geborene US-Amerikanerin Tova Friedman. Sie überlebte das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

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