Vor drei Wochen wurde die Stromversorgung von Teilen Berlins durch einen Anschlag lahmgelegt. Nun wurde auf der Suche nach den Tätern eine Millionenbelohnung ausgesetzt. Senatorin Spranger sprach von einem “einmaligen Vorgang”.
- Nach Brandanschlag auf Stromversorgung: Hohe Belohnung für Hinweise
- Innensenatorin Spranger spricht von “einmaligem Vorgang”
- Ermittler erhoffen sich Hilfe bei Aufklärung von “Terrorismus”
Für Hinweise, die zur Aufklärung des Anschlags auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten führen, ist eine Belohnung von einer Million Euro ausgelobt. Entsprechende Medienberichte hat die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses bestätigt.
Spranger sprach von einem “einmaligen Vorgang”. Sie könne sich nicht erinnern, dass der Bund einen Zeugenaufruf “in so einer Größenordnung und in so einer Situation” schonmal gemacht habe. Ziel der hohen Belohnung ist es laut Spranger, “mit dem BKA und dem Generalbundesanwalt” einen Akt von “Terrorismus” aufzuklären.
Durch den Brandanschlag auf eine Kabelbrücke Anfang Januar waren vorübergehend 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbeeinheiten ohne Strom. Eine linksextremistische “Vulkangruppe” bekannte sich dazu.
Generalbundesanwalt ermittelt
Am Tag des Blackouts erhielt der rbb ein Bekennerschreiben, unterzeichnet mit “Vulkangruppe – Den Herrschenden den Saft abdrehen”. Der Staatsschutz hält das Schreiben für authentisch. Inzwischen ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.
Der Name “Vulkangruppe” ist den Ermittlern seit 2011 bekannt. Nach Informationen des Verfassungsschutzes bestehen sogenannte Vulkangruppen seit dem Jahr 2011 und verüben seitdem Brandanschläge in Berlin und Brandenburg. Ziele sind zumeist Kabelschächte an Bahntrassen, aber auch Funkmasten oder Datenleitungen, teilweise auch Firmenfahrzeuge. So kam es unter anderem zu zwei Brandanschlägen auf die Stromversorgung des US-Autobauers Tesla in Grünheide.
In Regierungskreisen wird die hohe Belohnung als Zeichen dafür gesehen, dass den Ermittlern bisher jede Spur zu den Tätern fehlt.
Sendung: rbb|24, 26.01.2026, 14:10 Uhr
