Trump entsendet Grenzschutzbeauftragten Homan nach Minnesota

Trump entsendet Grenzschutzbeauftragten Homan nach Minnesota

Tom Homan

Stand: 26.01.2026 17:10 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen durch ICE-Einsatzkräfte in Minneapolis schickt US-Präsident Trump seinen Grenzschutzbeauftragten Homan in die Region. Er soll Einsätze überwachen, während Proteste zunehmen.

Nach den tödlichen Schüssen von Einsatzkräften der US-Einwanderungsbehörde ICE auf einen Krankenpfleger schickt Präsident Donald Trump den früheren kommissarischen ICE-Leiter Tom Homan in den US-Bundesstaat Minnesota.

Er solle noch im Laufe des Tages dort eintreffen, teilte der Präsident auf seiner Plattform Truth Social mit. Homan sei “hart, aber fair” und werde direkt an ihn berichten, so Trump weiter. Homan sei noch nie in dieser Region im Einsatz gewesen, so Trump, aber er “kenne und möge viele Leute” dort.

Homan gilt als Hardliner

Regierungssprecherin Karoline Leavitt fügte an, dass Homan die Einsätze vor Ort überwachen solle. In einem weiteren Post schrieb Leavitt, Homans Auftrag bestehe darin, weiterhin die “gefährlichsten kriminellen illegalen Einwanderer” festzunehmen.

Homan ist der Grenzschutzbeauftragte der Trump-Regierung und soll Trumps Abschiebepolitik durchsetzen. Er gilt als Hardliner. Nach den tödlichen Schüssen eines ICE-Mitarbeiters Anfang Januar auf die 37-jährige Renée Good – ebenfalls in Minneapolis – hatte er ein konsequentes Vorgehen von ICE gefordert, das “ohne Entschuldigung” fortgesetzt werden solle.

Trump lobt Arbeit der Einsatzkräfte

Homans Entsendung folgt auf massive öffentliche Empörung über die Vorfälle am Wochenende. Am Samstagmorgen war der 37 Jahre alte US-Bürger Alex Pretti durch Schüsse von Einsatzkräften in Minneapolis getötet worden. Die US-Regierung stellt die tödlichen Schüsse als Selbstverteidigung dar.

Der US-Grenzschutzverantwortliche Gregory Bovino nahm die Einsatzkräfte mit provokanten Äußerungen in Schutz. Die Opfer seien die Grenzschutzpolizisten, sagte er dem US-Nachrichtensender CNN mit Bezug auf den Vorwurf, Alex Pretti habe die Einsatzkräfte bedroht, bevor er getötet wurde.

Angespannte Stimmung in Minnesota

Der Vorfall und die Reaktion der Trump-Regierung darauf haben in Minnesota zu wütenden Protesten geführt, bei denen es zum Teil zu heftigen Ausschreitungen zwischen Demonstrierenden und Einsatzkräften kam. Politiker der oppositionellen Demokraten fordern umfassende Aufklärung sowie ein Ende der Abschiebe-Razzien in Minneapolis, bei dem der Grenzschutz mit der Einwanderungspolizei ICE zusammenarbeitet.

Trump hatte am Sonntag im Gespräch mit dem Wall Street Journal eine Überprüfung des Vorfalls angekündigt. Er signalisierte dabei die Bereitschaft, die ICE-Kräfte perspektivisch aus der Region abzuziehen. “Irgendwann werden wir gehen”, sagte Trump der Zeitung, nannte aber keinen konkreten Zeitplan. Die Einsatzkräfte hätten “phänomenale Arbeit” geleistet.

Bundesregierung zeigt sich zurückhaltend

Die deutsche Bundesregierung wollte sich zu den Entwicklungen in Minneapolis nicht äußern. Man habe vollstes Vertrauen in die US-Justiz, um den Vorfall aufzuklären, sagte ein Regierungssprecher in Berlin lediglich.

Mit Blick auf die anstehende Fußball-WM in den USA fügte er hinzu, es obliege den jeweiligen Verbänden – also dem Deutschen Fußball-Bund DFB oder dem Weltverband Fifa – ob man an dem Turnier teilnehme oder daran festhalte. Wegen der Entwicklungen in den USA hat es vereinzelt Forderungen gegeben, das im Sommer anstehende Turnier zu boykottieren.

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