Rheinmetall arbeitet an neuem Satellitenprojekt

Rheinmetall arbeitet an neuem Satellitenprojekt

OHB Mitarbeiter prüfen einen Telekommunikationssatelliten (Archivbild).

Stand: 26.01.2026 13:45 Uhr

Während die geopolitische Lage dem DAX zu schaffen macht, gibt es Bewegung in der Rüstungsbranche. Rheinmetall und OHB konkurrieren offenbar mit Airbus um das größte Satellitenprojekt der Bundeswehr.

Am deutschen Aktienmarkt hadern die Anleger weiter mit der unruhigen geopolitischen Lage. Nach Venezuela und Grönland steht nun wieder der Iran als drängendster Konfliktherd im Fokus. Auch der stagnierende ifo-Index hilft dem Markt nicht weiter.

Der DAX hat allerdings seinen Tagesverlust bis zum frühen Nachmittag reduziert und notiert nur noch 0,1 Prozent tiefer bei 24.885 Punkten.

Rüstungstitel kommen mit der aktuellen geopolitischen Unsicherheit besser zurecht. Die Aktie von Rheinmetall ist jedoch nach starkem Start um über ein Prozent ins Minus zurückgefallen. Und das, obwohl die Düsseldorfer offenbar an einem weiteren lukrativen Rüstungsprojekt arbeiten.

Bundeswehr plant neues Satellitennetzwerk

Wie das Handelsblatt und die Financial Times berichten, will sich der Rüstungskonzern gemeinsam mit dem Bremer Satellitenbauer OHB um das bisher größte Satellitenprojekt der Bundeswehr bewerben. Diese plant ein militärisches Kommunikationsnetzwerk von mindestens hundert Satelliten.

Die Satellitenkonstellation “SATCOMBw Stufe 4”, die dem Netzwerk Starlink von Elon Musks Firma SpaceX ähnelt, soll bis 2029 einsatzbereit sein. Der Auftragswert könnte bei acht bis zehn Milliarden Euro liegen.

Das beflügelt die Aktie von OHB, die bis zum frühen Nachmittag um mehr als 31 Prozent zulegt.

Die Gespräche von Rheinmetall und OHB sollen sich aber noch in einem frühen Stadium befinden. Außerdem bemüht sich auch Airbus um einen Zuschlag für das Weltraumprojekt.

Rheinmetall um breite Aufstellung bemüht

Das neue Projekt würde die Ambitionen von Rheinmetall im Weltraum deutlich voranbringen. Die Düsseldorfer arbeiten in dem Bereich weltraumgestützter Kommunikationssysteme bereits mit dem finnischen Satellitenhersteller Iceye zusammen.

Schon seit einigen Jahren bemüht sich der größte deutsche Rüstungskonzern um eine möglichst breite Aufstellung. “Künftig werden wir zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum ein relevanter Akteur sein”, fasste Rheinmetall-Chef Armin Papperger die Strategie im Herbst zusammen. “Rheinmetall entwickelt sich damit zum Domänen-übergreifenden Systemhaus.”

Die verschärfte Sicherheitslage seit Beginn des Ukraine-Kriegs hatte die generelle Akzeptanz von Investoren gegenüber der Rüstungsbranche deutlich erhöht. Der DAX-Titel Rheinmetall stand dabei besonders im Zentrum des Anlegerinteresses. In den vergangenen fünf Jahren hat sich ihr Aktienkurs mehr als verzwanzigfacht.

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