Eisregen und Schnee für teils chaotische Zustände

Eisregen und Schnee für teils chaotische Zustände

Ein Radfahrer fährt bei Schneefall neben Autos durch die Uelzener Innenstadt.

Stand: 26.01.2026 08:54 Uhr

Eisregen und Schneefall sorgen in Teilen Deutschlands für Probleme. Besonders der Süden und Nordosten sind betroffen. In einigen Regionen fällt der Präsenzunterricht aus. Eine Reise von Außenminister Wadephul musste umgeplant werden.

Starker Schneefall und Eisregen haben am frühen Morgen in weiten Teilen Deutschlands den Verkehr erheblich beeinträchtigt. Regen, der auf gefrorenen Boden fiel, verwandelte Straßen und Wege stellenweise in gefährliche Eisflächen. Polizei und Wetterdienste warnen vor erhöhter Unfallgefahr.

Baden-Württemberg besonders stark betroffen

In Baden-Württemberg sorgten Neuschnee und Glatteis in der Nacht für teils chaotische Zustände. Zwar hob der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung für mehrere Bezirke gegen 2 Uhr auf, dennoch kam es zu zahlreichen Unfällen.

Besonders betroffen war die A8. Zwischen Aichelberg und Mühlhausen wurde die Autobahn Richtung München nach mehreren Unfällen zeitweise gesperrt, für Lastwagen gilt die Sperrung weiter. Das Technische Hilfswerk war im Einsatz, um festgefahrene Fahrzeuge zu bergen. Landesweit meldete die Polizei Dutzende Unfälle, meist mit Blechschäden. Auch Bahnverkehr und Flughafen Stuttgart waren beeinträchtigt, es kam zu Ausfällen und Verzögerungen.

Von der Schwäbischen Alb bis in die Tauberregion sind bis zum Mittag bis zu 25 Zentimeter Neuschnee möglich. Das Innenministerium warnt vor erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Schneechaos und Unterrichtsausfälle in Bayern

Auch in Teilen Bayerns führen Schnee und Glätte zu massiven Einschränkungen. In ganz Unterfranken sowie in Teilen Mittelfrankens fällt der Präsenzunterricht aus, da Räumdienste nicht hinterherkommen. Stellenweise liegen bereits bis zu 20 Zentimeter Schnee – und es könnten noch mehr werden.

In Würzburg wurde am Morgen der Straßenbahn- und Busverkehr eingestellt. Bei Nürnberg kam ein Mann mit seinem Auto auf glatter Straße von der Fahrbahn ab und landete im Vorgarten einer Kirche. Der 34-Jährige wurde leicht verletzt.

Der Deutsche Wetterdienst warnt für Teile des nördlichen Bayerns noch immer vor Unwetter wegen Schneefalls.

Glatteis und Schnee im Norden

Schneefall hat sich in der Nacht auch über weite Teile Norddeutschlands ausgebreitet. In Niedersachsen werden etwa drei bis sechs Zentimeter Neuschnee erwartet, stellenweise kann es zu Sprüh- oder Eisregen kommen. In den Hameln-Pyrmont und Celle findet aufgrund von Schnee und Glätte heute kein Unterricht statt. Die B4 zwischen Lüneburg und Gifhorn musste an zwei Stellen gesperrt werden.

Für große Teile Mecklenburg-Vorpommerns gelten Unwetterwarnungen wegen Glättegefahr, im Osten des Landes sogar wegen extremen Glatteises. Vor allem im Osten des Landes kann es danach extrem glatt werden. In den Städten Demmin, Malchin und Stavenhagen ist der Busverkehr deswegen eingestellt.

Auch in Schleswig-Holstein drohen Regen und Schneeregen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Behörden warnen eindringlich davor, zugefrorene Eisflächen zu betreten, da Lebensgefahr bestehe.

Einschränkungen im Bahnverkehr

Die Deutsche Bahn meldet wegen des Winterwetters Einschränkungen und Ausfälle im Fernverkehr. Auf der Strecke Hannover-Uelzen-Hamburg sind die Weichen mit Schnee zugeweht und eingefroren. Mitarbeiter sind unterwegs, um sie zu enteisen. Einschränkungen gibt es auch auf der Strecke Berlin-Hamburg.

Zu weiteren Ausfällen kommt es im Südwesten, vor allem im Raum Frankfurt und im Raum Stuttgart. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindungen zu informieren.

Reise von Außenminister umgeplant

In Berlin riefen Polizei und die Berliner Stadtreinigung Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger zu besonderer Vorsicht auf. Wegen vereister Oberleitungen wurde der Straßenbahnverkehr eingestellt.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) verlegte wegen gefrierenden Regens den Abflug zu einer eintägigen Reise nach Lettland und Schweden kurzfristig von Berlin nach Leipzig, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Der Minister reiste mit dem Zug nach Leipzig, von dort soll ein Airbus der Bundeswehr starten.

Mit steigenden Temperaturen über dem Gefrierpunkt entspannt sich die Lage regional. Dennoch rechnen Wetterexperten weiter mit erheblichen Einschränkungen.

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