marktbericht
Die Lage am Aktienmarkt bleibt angespannt. US-Präsident Donald Trump hat seine Zoll-Drohung zwar zurückgenommen, trotzdem halten sich die Anleger zurück. Deutliche Gewinne gibt es dagegen beim Gold.
Der Broker IG taxiert den DAX vor dem regulären Xetra-Start ein halbes Prozent tiefer auf 24.774 Punkte. Das zwei Wochen alte Rekordhoch bei 25.507 Punkten bleibt einstweilen in weiter Ferne. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 24.900 Stellen geschlossen.
Die Zollandrohungen seien vom Tisch, das Thema Grönland sei es aber damit noch lange nicht, sagte Christine Romar vom Broker CMC Markets. Ist es also eher eine Atempause als ein wirkliche Wende?
“Zwar beruhigte sich die Lage zuletzt, da der US-Präsident beim Wirtschaftsforum in Davos von seinen Androhungen bezüglich Grönlands sowie den Strafzöllen wieder abrückte. Nach einhelliger Meinung kann jedoch keine Entwarnung gegeben werden”, schreiben die Experten der Helaba. Für die Investoren ist die Ungewissheit ein Grund, sich nicht zu sehr am Markt zu engagieren.
In den kommenden Tagen werden sich die Anleger auf die laufende Berichtssaison fokussieren – in der Hoffnung, dass starke Bilanzen frische Impulse setzen können. In Deutschland stehen am Donnerstag Jahreszahlen des Softwarekonzerns SAP und der Deutschen Bank sowie ihrer Fondstochter DWS an.
In den USA werden unter anderem Apple, Microsoft, Tesla und Meta berichten. Vor dem Hintergrund der KI-Euphorie werden die Anleger die Zahlen sehr genau analysieren. Europäische Schwergewichte wie ASML und LVMH werden ebenfalls ihre Bilanzen vorstellen.
Der wohl bedeutsamste Termin in dieser Woche dürfte die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve am kommenden Mittwoch sein. Die Investoren machen sich Sorgen um die politische Unabhängigkeit der Fed. US-Präsident Donald Trump setzt Fed-Chef Jerome Powell unter Druck – Trump fordert weitere Zinssenkungen, die die US-Wirtschaft ankurbeln sollen.
Die Fed hatte den Leitzins im Dezember um einen Viertelprozentpunkt auf die aktuelle Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt und dies vor allem mit dem schwachen Jobmarkt begründet.
Analysten rechnen zwar nicht damit, dass die Fed ihre Lockerungspolitik fortsetzen wird. Sie erhoffen sich aber neue Hinweise darauf, wie die Notenbanker in den kommenden Monaten agieren werden. “In der kommenden Woche dürften die Diskussionen um weitere Zinssenkungen wieder Fahrt aufnehmen”, prognostizierte Commerzbank-Ökonom Michael Pfister.
Die Goldrally geht derweil weiter: Der Goldpreis steigt erstmals über die Marke von 5.000 Dollar je Feinunze. Die geopolitischen Krisen lassen die Anleger beim Edelmetall zugreifen. Der Krieg in der Ukraine, der Streit um Grönland und die Spannungen zwischen den USA und Iran belasten – in Krisenzeiten wird Gold als sicherer Hafen gesehen. Allein in diesem Jahr hat der Preis um mehr als 15 Prozent zugelegt.
“Der Sprung über die psychologische 5.000-Dollar-Marke markiert einen historischen Meilenstein im globalen Edelmetallsektor und spiegelt die tiefgreifenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten wider”, kommentierte Timo Emden von Emden Research. Die Hausse nähre die Hausse. “Steigende Kurse ziehen offensichtlich weiteres Kapital an und verstärken die Aufwärtsbeweung zusätzlich”, so der Marktbeobachter.
