Nach dem tödlichen Brand in einer Bar im Schweizer Crans-Montana ist der Besitzer unter strengen Auflagen aus der Untersuchungshaft freigekommen. Der Unmut darüber ist groß – nicht nur bei den Angehörigen der Opfer.
Die Aufhebung der Untersuchungshaft für den Besitzer der Bar “Le Constellation” in Crans-Montana sorgt für scharfe Kritik. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schrieb auf X, sie sei empört über die Nachricht. Die Freilassung sei eine Beleidigung für die Opfer und ein Affront gegenüber den Familien, die unter dem Verlust ihrer Angehörigen litten. Die italienische Regierung werde die Schweizer Behörden zur Rechenschaft ziehen für das, was geschehen sei, so Meloni.
Italiens Außenminister Antonio Tajani sprach von einer Kränkung der Gefühle der Familien, die ihre Kinder verloren hätten. Laut der Regierung wurde der italienische Botschafter in der Schweiz zurück nach Rom beordert, um “die weiteren zu ergreifenden Schritte festzulegen”, wie es hieß. Die Anteilnahme in Italien war nach dem Feuer in der Silvesternacht groß. Sechs italienische Teenager waren bei dem verheerenden Brand ums Leben gekommen.
Hinterbliebene sprechen von Skandal
Kritik an der Entscheidung, die Untersuchungshaft für den Barbesitzer Jacques Moretti aufzuheben, kam auch von den Familien der Brandopfer. Deren Anwälte bezeichneten den Schritt als Skandal. Ein Schweizer Gericht hatte am Freitag die Untersuchungshaft gegen Moretti aufgehoben. Er muss dafür seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen, darf nicht ausreisen, muss sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden und eine Kaution hinterlegen.
Bei dem Brand in der Silvesternacht kamen 40 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Unter den Opfern sind viele Jugendliche. Moretti und seine Ehefrau werden verdächtigt, für die Katastrophe verantwortlich zu sein.
