Ukraine und Russland starten Gespräche in Abu Dhabi

Ukraine und Russland starten Gespräche in Abu Dhabi

Menschen spazieren auf einer Promenade mit Blick auf die Skyline von Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate.

Stand: 23.01.2026 18:14 Uhr

Seit Juni hatte es keinen direkten Kontakt mehr gegeben – jetzt sitzen die Ukraine und Russland erstmals wieder an einem Tisch. Unter Vermittlung der USA.

Erstmals reden Kiew und Moskau wieder direkt miteinander. Und erstmals wird im Dreierformat verhandelt: Bei den Gesprächen, die im arabischen Abu Dhabi begonnen haben, sitzen die USA als Vermittler mit am Tisch.

Es geht um Territorium – genauer gesagt um den Donbass – und um die Frage, wer nach einem Ende des Krieges diese ostukrainische Industrieregion kontrollieren wird. Einen Großteil davon hat Russland bereits militärisch erobert. Der Rest ist für die Ukraine von großer Bedeutung.

Russland will den Donbass

Moskau fordert, dass sich die Ukraine aus dem noch von Kiew kontrollierten Teil des Donbass zurückzieht – und macht dies zur Voraussetzung für Friedensgespräche. Kiew lehnt einen freiwilligen Abzug ab. “Die Frage des Donbass ist eine Schlüsselfrage”, betonte Präsident Wolodymyr Selenskyj vor Beginn der Verhandlungen.

Für die ukrainische Armee ist das Gebiet Donezk im Donbass strategisch wichtig, um einen Vormarsch der Russen aufzuhalten. Die Trump-Führung schlug vor, die Region zu entmilitarisieren und dort eine Freihandelszone einzurichten. Allerdings ist der Donbass nach schweren Kämpfen weitgehend zerstört – und beide Seiten fordern die Kontrolle.

Vierter Winter im Krieg

In der Ukraine haben derweil Millionen Menschen keinen Strom. In der Hauptstadt Kiew sind weiterhin 4.000 Gebäude ohne Heizung – nachdem das russische Militär in der Nacht zu Dienstag erneut die Energie-Infrastruktur des Landes angegriffen hatte. In Kiew liegen die Temperaturen zurzeit bei etwa minus zwölf Grad. Viele Menschen leben dort seit Wochen in kalten Wohnungen und mit nur wenigen Stunden Stromversorgung am Tag.

Die EU kündigte an, 447 weitere Not-Generatoren in die Ukraine zu liefern. Russlands Vorgehen beraube Zivilisten mitten in einem harten Winter “absichtlich” der Wärme, des Licht und der Grundversorgung, beklagte die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib.

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *