Mit dem Abkommen wird ein langer Streit beigelegt: TikTok gründet ein Joint Venture, um in den USA einem Verbot zu entgehen. Nutzerdaten sollen nun bei einem US-Konzern liegen – geführt von einem Vertrauten von US-Präsident Trump.
Der chinesische Konzern ByteDance hat mit der Gründung eines mehrheitlich US-geführten Gemeinschaftsunternehmens ein drohendes Verbot der Social-Media-Plattform TikTok in den USA abgewendet. Mit an Bord sind mit jeweils 15 Prozent der Sofwarekonzern Oracle und die Investmentfirma Silver Lake aus den USA sowie der staatliche Investor MGX aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das teilte das Unternehmen mit.
Mit dem Abkommen wird ein jahrelanger Streit beigelegt, den die US-Regierung aus Sorge um die nationale Sicherheit begonnen hatte. Befürchtet wurden eine Manipulation der öffentlichen Meinung durch chinesische Propaganda und ein Ausspähen von amerikanischen Nutzern. TikTok ist besonders bei jungen Menschen beliebt und hat in den USA etwa 170 Millionen User.
Bytedance behält nun 19,9 Prozent Anteil an dem Unternehmen. Das liegt knapp unter der Grenze von 20 Prozent, die dem Unternehmen durch ein Gesetz der vorherigen US-Regierung unter Joe Biden auferlegt ist. Das schrieb vor, dass sich Bytedance von der Kontrolle über das US-Geschäft trennen musste, damit die Plattform weiterhin in den USA aktiv sein darf.
Oracle-Gründer ist Trump-Vertrauter
Die Daten der Nutzer sollen künftig im Cloud-System des US-Softwarekonzerns Oracle gespeichert werden. Die Sicherheit soll US-Standards entsprechen. Oracle-Gründer Larry Ellison ist ein langjähriger Vertrauter und Geschäftspartner von US-Präsident Donald Trump.
Trump begrüßte die Gründung des Joint Ventures. “Ich freue mich so sehr, dazu beigetragen zu haben, TikTok zu retten”, erklärte er. Er bedankte sich auch bei Chinas Präsident Xi Jinping, “dass er mit uns zusammengearbeitet und letztlich der Vereinbarung zugestimmt hat”.
In seiner ersten Amtszeit hatte Trump noch selbst mit einer Verbotsdrohung einen Verkauf von TikTok erzwingen wollen, scheiterte aber an US-Gerichten. Im Wahlkampf 2024 fand er jedoch später, dass die Plattform ihm beim Zugang zu jungen Menschen geholfen habe – und setzte sich für ihren Erhalt ein. Zuletzt verlängerte er für Peking immer wieder gesetzte Frist, um eine Einigung noch zu ermöglichen.
