Festnahme wegen Spionageverdachts für Russland

Festnahme wegen Spionageverdachts für Russland

Ein Schild am Eingang zum Gebäude der Bundesanwaltschaft

Stand: 21.01.2026 13:59 Uhr

Die Bundesanwaltschaft hat eine Deutsch-Ukrainerin festnehmen lassen. Ihr wird vorgeworfen, für einen russischen Geheimdienst spioniert und Informationen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg geliefert zu haben.

Wegen des Verdachts, für Russland spioniert zu haben, wurde in Berlin eine Frau festgenommen. Das teilte die Bundesanwaltschaft mit. Sie wirft der Beschuldigten geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Demnach soll die Verdächtige seit November 2023 Informationen in Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg weitergegeben haben.

Die Festgenommene mit deutscher und ukrainischer Staatsangehörigkeit holte laut Bundesanwaltschaft Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochkarätiger politischer Veranstaltungen ein sowie über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine.

Infos offenbar an Kontaktperson übergeben

Die Informationen soll die Beschuldigte dann einem Kontaktmann übergeben haben, der sie an einen russischen Geheimdienst weiterleitete. Informationen von ARD-Sicherheitsexperte Michael Götschenberg zufolge handelte es sich bei der Kontaktperson um einen Führungsoffizier, der in der russischen Botschaft als Militärattaché akkreditiert sein soll.

Die Deutsch-Ukrainerin soll ihrem Kontaktmann aus der Botschaft zudem geholfen haben, unter Aliaspersonalien an politischen Veranstaltungen in Berlin teilzunehmen, um dort für den Geheimdienst relevante Kontakte aufzubauen.

Mehrere Wohnungen durchsucht

Im Zuge der Ermittlungen wurde die Wohnung der Festgenommenen durchsucht, zudem die Wohnungen von zwei weiteren Beschuldigten in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Die beiden anderen Beschuldigten sind den Angaben zufolge auf freiem Fuß. Die festgenommene Verdächtige soll nun einem Haftrichter vorgeführt werden, der über eine mögliche Untersuchungshaft entscheiden soll.

Wie der Spiegel berichtete, sollen die beiden anderen Wohnungen früheren Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums gehören. Die Bundesanwaltschaft hatte bekannt gegeben, dass die mutmaßliche Spionin auch den Kontakt zu diesen früheren Beschäftigten gesucht hatte, um Informationen zu erhalten.

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