Überschwemmungen im südlichen Afrika – Hunderttausende betroffen

Überschwemmungen im südlichen Afrika – Hunderttausende betroffen

Eine Frau steht im Hochwasser vor einem Gebäude. (Archivbild: 18.1.2026)

Stand: 20.01.2026 15:35 Uhr

Schwere Regenfälle haben in den vergangenen Tagen große Teile des südlichen Afrika unter Wasser gesetzt. Betroffen sind hunderttausende Menschen in Mosambik und im Nordosten Südafrikas.

Stephan Ueberbach

Allmählich wird das ganze Ausmaß der Unwetterkatastrophe im Süden Afrikas deutlich. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in Mosambik mehr als eine halbe Million Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Mindestens 110 Menschen kamen in den Fluten ums Leben. 50.000 Personen leben in provisorischen Unterkünften.

Ein Betroffener ist Alexandre Chauque. Er sagte der Nachrichtenagentur Reuters: “Wir sind hinausgerannt, als das Wasser ins Haus kam. Ich fühle mich besser, wenn ich diesen Ort verlasse, weil ich nicht weiß, was in der Nacht passieren wird. Deshalb fühle ich mich sicherer, wenn ich von hier weg und aus der Gefahrenzone gehe.”

Dringend Geld für humanitäre Hilfe benötigt

Für humanitäre Hilfe in Mosambik wird dringend zusätzliches Geld gebraucht, heißt es aus der UN-Zentrale in New York. Tausende Gebäude wurden demnach zerstört, darunter auch viele Gesundheitseinrichtungen. Große Flächen Ackerland stehen unter Wasser, 27.000 Nutztiere sind ertrunken.

Schwere Schäden gibt es auch an Brücken, Strom- und Wasserleitungen sowie an rund 5.000 Kilometern Straße. Die wichtigste Verbindung in die Hauptstadt Maputo ist unpassierbar, was den Hilfskräften die Arbeit zusätzlich erschwert. Ein Einsatzleiter rät Betroffenen, zu Angehörigen in der Nähe zu gehen. Andernfalls würden sie in ein Übergangslager gebracht.

Nationaler Notstand in Südafrika

Im Nordosten Südafrikas ist die Zahl der Todesopfer auf 38 gestiegen. Viele Menschen werden aber noch vermisst. Die Regierung hat den nationalen Notstand ausgerufen, um Hilfsmaßnahmen besser bündeln zu können. Staatspräsident Cyril Ramaphosa sagte nach einem Besuch in der Katastrophenregion: “Vorrangig konzentrieren wir uns darauf, Menschenleben zu retten, denn der Verlust von Leben trifft Haushalte und Familien besonders hart – und genau das wollen wir verhindern.”

Während die Regierung sich um die beschädigte Infrastruktur kümmere, ginge es zugleich darum, das Leben und die Existenzgrundlagen der Bevölkerung zu sichern und zu schützen.

Extreme Niederschläge von Klimawandel begünstigt

Meteorologen gehen davon aus, dass die Erderwärmung extreme Niederschläge in der Region wahrscheinlicher mache. Außerdem sorgt das Wetterphänomen La Nina im südlichen Afrika dafür, dass Regen häufiger, intensiver und über längere Zeiträume fällt. Auch deshalb hatte Südafrikas Staatsoberhaupt das Thema Klimawandel beim G20-Gipfel Ende November in Johannesburg auf die Agenda gesetzt.

Wir haben betont, dass es finanzielle Mittel für Klimaschäden geben muss und dass es dafür klare politische Regelungen braucht, die den Bedürfnissen des Globalen Südens gerecht werden. Denn wir sind es, die unter den verheerenden Folgen des Klimawandels leiden – obwohl unsere Länder ihn nicht verursacht haben.

Cyril Ramaphosa, Staatspräsident Südafrika

Auch in Simbabwe, Malawi, Botswana, Lesotho und Eswatini haben die ungewöhnlich heftigen Regenfälle der vergangenen Tage und Wochen große Schäden angerichtet. Und die Lage bleibt weiter angespannt, denn viele Flüsse sind über die Ufer getreten, Stauseen bis an den Rand gefüllt und die Böden völlig durchnässt. In den nächsten Tagen wird neuer Regen erwartet.

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