Mit analytischem Blick und großer Nähe zu den Menschen prägte Friedhelm Brebeck über Jahrzehnte den Auslandsjournalismus. Der frühere ARD-Korrespondent ist nun im Alter von 91 Jahren gestorben.
Abschied von einer der prägendsten Reporterpersönlichkeiten: Friedhelm Brebeck ist am Samstag im Alter von 91 Jahren gestorben. Das hat der BR aus seinem persönlichen Umfeld erfahren. Über viele Jahre hinweg stand sein Name für fundierten und eindringlichen Auslandsjournalismus – insbesondere aus Krisenregionen.
BR-Informationsdirektor: Brebeck hat “Außergewöhnliches geleistet”
“Friedhelm Brebeck war unbestechlich im Urteil, unerschrocken bei der Abbildung der Welt und immer an der Frontlinie der journalistischen Arbeit. Letzteres ist wörtlich zu nehmen. Als Kriegsreporter auf dem Balkan hat er Außergewöhnliches geleistet”, sagte BR-Informationsdirektor Thomas Hinrichs. “Er war ein harter Hund im besten Sinne, hochrespektiert von allen, und er ist ein Vorbild für viele von uns. Mit Friedhelm Brebeck ist eine echte Reporterlegende gegangen. Wir gedenken seiner in Ehren.”
Ein Leben für den Journalismus
Friedhelm Brebeck wurde am 16. Juli 1934 in Velbert im Rheinland geboren und wuchs dort auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte er zunächst eine Ausbildung als Gaswärmestellengehilfe. Der Weg in den Journalismus begann mit einem Volontariat bei der “Westdeutschen Rundschau” in Wuppertal.
1960 startete Brebeck als Redakteur bei der “Rheinischen Post”. Drei Jahre später wechselte er als Fernsehredakteur zum Südwestfunk nach Baden-Baden. Von 1970 bis 1973 wirkte er als Organisationsleiter der Olympischen Spiele in München.
Prägend für BR und ARD
1973 kam Brebeck zum Bayerischen Rundfunk und arbeitete für das Magazin “Report”. Als Auslandskorrespondent und Chefreporter entwickelte er sich zu einem der profiliertesten Köpfe der ARD. Er berichtete aus politischen Brennpunkten in Israel und dem Libanon, aus Iran und Irak sowie aus Belgrad und Wien. Ab 1990 war er als ARD-Sonderkorrespondent unter anderem in Israel, Rumänien und Albanien im Einsatz.
Besonders prägend waren seine Jahre im ehemaligen Jugoslawien. Mit mehr als 400 Fernsehbeiträgen begleitete Brebeck ab 1992 als Korrespondent des ARD-Studios Südosteuropa in Wien das Sterben und Überleben während der Balkankriege. Seine Reportagen entstanden vielfach in den Trümmern des Rundfunkgebäudes von Sarajevo, wo Studio, Feldküche und Feldbett in einem Raum lagen. Immer wieder brachte er unter großen Gefahren Menschen aus der belagerten Stadt in Sicherheit.
Auszeichnungen und Konflikte
Nach Berichterstattung aus dem Kosovo wiesen ihn die serbischen Behörden 1998 aus Belgrad aus und verhängten ein Wiedereinreiseverbot. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wiesen der Bayerische Rundfunk und Brebeck entschieden zurück; auch die Bundesregierung protestierte scharf. Von Wien aus setzte er seine Arbeit unbeirrt fort.
Für seine herausragenden journalistischen Leistungen wurde Brebeck vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme-Preis, dem Deutschen Kritikerpreis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb er vom Zeitgeschehen nicht unberührt: Beim Hochwasser im Ahrtal im Juli 2021 verlor er große Teile seines Privateigentums. Seither lebte Brebeck in einem Pflegeheim in Ahrweiler, wo er am Samstag starb.
Im Video: Friedhelm Brebeck über Kriegsberichterstattung
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Quelle: Bayern-2-Nachrichten 18.01.2026 – 20:00 Uhr
