Kurz nach der Präsidentenwahl in Uganda gehen Sicherheitskräfte offenbar gegen die Opposition vor. Mehrere Wahlhelfer sollen getötet und der Oppositionschef entführt worden sein. Die Polizei widerspricht.
Die ersten Zwischenergebnisse zeigten schon, dass der 81-jährige Präsident Yoveri Museveni offenbar wieder deutlich vorne liegt. Der Oppositionsführer sprach daraufhin von Wahlbetrug und forderte seine Anhänger zu Protesten auf. Das hatte offenbar Folgen: Die Oppositionspartei National Unity Platform (NUP) postete auf X, dass ihr Chef, Bobi Wine, am Freitag von der Armee verschleppt wurde.
Ein Militärhubschrauber soll auf seinem Grundstück in der Hauptstadt Kampala gelandet sein und ihn gewaltsam mitgenommen und an einen unbekannten Ort haben. Offizielle Angaben dazu, zum Beispiel von hochrangigen Parteifunktionären, gibt es bisher nicht – auch keine Reaktion der ugandischen Regierung. Schon seit der Wahl soll Wine nach Angaben seiner Partei unter Hausarrest gestanden haben.
Die ugandische Polizei hat diesen Vorwürfen jetzt widersprochen. Wine sei nicht von Soldaten festgenommen worden, sondern weiter in seinem Haus in Kampala und könne sich dort frei bewegen. Die Angaben lassen sich im Moment nicht überprüfen.
Mehrere Menschen getötet
In einer anderen Stadt, etwa 50 Kilometer entfernt, soll es außerdem zu Ausschreitungen gekommen sein. Dazu gibt es unterschiedliche Angaben. Eine Polizeisprecherin sagt, dass mit Macheten bewaffnete Männer eine Polizeistation und ein Wahllokal angegriffen haben. Ein regionaler Politiker sagt, dass Menschen, die auf Wahlergebnisse warteten, in seiner Garage getötet wurden. Wieviele Menschen dabei getötet, verletzt und festgenommen wurden, ist nicht bekannt.
Weitere Ausschreitungen befürchtet
Am Donnerstag wurde in Uganda gewählt. Nach vorläufigen Zahlen liegt Museveni, der seit 40 Jahren im Amt ist mit mehr als 70 Prozent der Stimmen vorne. Der Start der Wahlen war allerdings von massiven technischen Problemen überschattet worden.
Außerdem war schon seit einigen Tagen auf Anordnung der Behörden das Internet in Uganda abgeschaltet worden. So sollte vor allem verhindert werden, dass die Menschen sich zu Protesten verabreden.
Junge Menschen hoffen auf Machtwechsel
Schon der Wahlkampf wurde von Zusammenstößen überschattet – vor allem bei Kundgebungen der Opposition. Die Vereinten Nationen sprachen unter anderem von Einschüchterungen.
Die Lage war seit Tagen sehr angespannt – viele junge Menschen im Land wünschen sich einen Machtwechsel. Der 81-jährige Museveni strebt seine siebte Amtszeit an. Die offiziellen Endergebnisse der Wahl sollen heute im Laufe des Tages veröffentlicht werden.
