In Berlin hat die 90. Ausgabe der Agrar- und Ernährungsmesse Grüne Woche begonnen. Zum Auftakt forderte Bayerns Landwirtschaftsministerin Entlastungen für die Landwirte, diese müssten “entfesselt” werden.
Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin hat Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber Entlastungen für die Landwirtschaft gefordert. Angesichts schwieriger Marktbedingungen gelte es, die Landwirte zu “entfesseln”, sagte die CSU-Politikerin, die in diesem Jahr Vorsitzende der Agrarministerkonferenz der Länder ist. Mit Blick auf Handelskonflikte und fragile Lieferketten mahnte Kaniber, “Ernährungssouveränität” sei oberstes Gebot der Stunde.
Themen der diesjährigen Landwirtschafts- und Ernährungsmesse sind unter anderem die Preise für Lebensmittel und die Ernährungssicherung in Zeiten internationaler Spannungen. In den Hallen rund um den Berliner Funkturm präsentieren sich noch bis zum 25. Januar rund 1.600 Aussteller aus 50 Ländern. Die Veranstalter erwarten etwa 325.000 Besucher. Diese können an vielen Ständen Spezialitäten probieren.
Kaniber kritisiert Bund-Pläne zum Tierhaltungslogo
Kaniber äußerte sich außerdem kritisch zu Plänen der schwarz-roten Koalition im Bund. Diese sehen vor, das lang geplante staatliche Tierhaltungslogo für Fleisch mit Nachbesserungen nun erst 2027 als verpflichtende Kennzeichnung einzuführen. “Ich prophezeie, dass es wieder nicht gelingen wird.” Zuerst müssten für den damit zusammenhängenden Umbau der Tierhaltung hin zu höheren Standards ein Bestandsschutz für neue Ställe von 20 Jahren und eine neue Finanzierung gesichert werden. Eine Kennzeichnung sei auch nur europaweit sinnvoll.
Der Bundestag hatte am Donnerstag ein Gesetz beschlossen, das den schon einmal auf 1. März 2026 verlegten Start der Kennzeichnung weiter auf 1. Januar 2027 verschiebt. Union und SPD wollen bis dahin Nachbesserungen vornehmen und das System Mitte 2027 auch gleich auf die Gastronomie ausweiten. Das System besteht aus fünf Haltungskategorien: von den gesetzlichen Mindestanforderungen bis zu bio. Bereits seit 2019 gibt es eine eigene Kennzeichnung der Supermarktketten.
