Exporte boomen: China Handelsüberschuss erreicht Rekordniveau

Exporte boomen: China Handelsüberschuss erreicht Rekordniveau

Voll beladene Containerschiffe im Hafen von Qingdao, China.

Stand: 14.01.2026 08:27 Uhr

Trotz des Zollstreits mit den USA und globaler Handelskonflikte hat China 2025 einen Rekordüberschuss im Außenhandel erreicht. Die Exporte legten deutlich zu, während die Importe stagnierten.

Chinas Außenhandel hat trotz des anhaltenden Zollstreits mit den USA und weltweiter Handelskonflikte im Jahr 2025 einen bislang unerreichten Überschuss erzielt. Nach Angaben der chinesischen Zollbehörde stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf rund 3,8 Billionen Dollar. Die Importe blieben mit etwa 2,6 Billionen Dollar nahezu unverändert. Der Handelsüberschuss wuchs damit auf knapp 1,2 Billionen Dollar.

Schwache Binnennachfrage

Diese Entwicklung macht zugleich strukturelle Probleme der chinesischen Wirtschaft deutlich. Während die exportorientierte Industrie mit ihren Waren verstärkt auf den Weltmarkt drängt, bleibt die Nachfrage im Inland schwach. Bereits 2024 hatte China mit einem Handelsüberschuss von rund einer Billion Dollar einen Höchstwert erzielt, der nun nochmals übertroffen wurde.

Die parallel für Dezember veröffentlichten Daten schlugen zudem die Prognosen der Analysten deutlich. Demnach stiegen die Exporte um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Die Einfuhren legten um 5,7 Prozent zu. Die Erwartungen hatten vorab vor allem bei den Importen mit 0,9 Prozent Zuwachs deutlich darunter gelegen.

Zollstreit mit den USA belastet

Geprägt war das Handelsjahr 2025 vom Konflikt mit den Vereinigten Staaten. Chinas Exporte in die USA brachen um 20 Prozent ein, die Importe sanken um 14,6 Prozent. Trotz zeitweiliger Annäherungen blieben die US-Zölle auf chinesische Waren hoch. Viele chinesische Unternehmen suchten deshalb verstärkt Absatzmärkte außerhalb der USA.

Besonders stark wuchs der Handel mit Afrika sowie mit den südostasiatischen ASEAN-Staaten. Auch die Ausfuhren nach Deutschland legten deutlich zu: Sie stiegen um 10,5 Prozent auf rund 118 Milliarden Dollar. Die Importe aus Deutschland gingen dagegen leicht zurück. Seit Oktober ist China wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner und hat damit die USA abgelöst.

EU-Kritik an chinesischer Exportflut

In der Europäischen Union wächst unterdessen der Unmut über den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Exporte. Kritisiert werden unter anderem Überkapazitäten in der Industrie, erschwerte Marktbedingungen für europäische Unternehmen in China sowie eine aus Sicht mancher Beobachter unterbewertete chinesische Währung.

Zusätzliche Sorgen hatte 2025 die Verschärfung chinesischer Exportkontrollen für bestimmte Rohstoffe und Industriegüter ausgelöst. Sie führten in Europa zeitweise zu Unsicherheiten in den Lieferketten.

Positive Signale aus Peking

Zuletzt gab es jedoch Anzeichen für eine vorsichtige Annäherung zwischen Peking und Brüssel. Die EU öffnete den Weg für Hersteller von in China produzierten E-Autos, Mindestpreise festzusetzen, statt Zollaufschläge in Kauf zu nehmen.

Zudem will China ab April die Mehrwertsteuer-Rückerstattung für Photovoltaikexporte streichen, um die sinkenden Preise zu bremsen. Günstige Waren aus China hatten der Solarbranche in Europa schwer zugesetzt. Auch bei Batterieprodukten sollen Exportvergünstigungen schrittweise reduziert werden.

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