Sturmtief “Elli” ist überstanden, nun bringt Tief “Gunda” vor allem im Westen Schnee und gefrierenden Regen. Einige Autobahnen waren am Morgen spiegelglatt, die Winterdienste sind im Dauereinsatz. Viele Schulen bleiben geschlossen.
Starker Regen hat auf den gefrorenen Böden vor allem im Westen Deutschlands für gefährlich glatte Straßen gesorgt. Im Berufsverkehr ging es auf mehreren Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur sehr langsam voran. Im Sauerland gab es mehrere Unfälle. Der Winterdienst war überall im Dauereinsatz.
Am Frankfurter Flughafen wurden wegen Schnee und Glatteis rund 100 Flüge gestrichen. Der Flughafen starte mit einem “angespannten Winterbetrieb” in den Tag, man rechne mit erheblichen Beeinträchtigungen. Die Passagiere würden dringend gebeten, rechtzeitig vor ihrer Reise ihren Flugstatus zu prüfen, für die Anreise entsprechend der Wetterlage mehr Zeit einzuplanen.
Einige Bahnstrecken betroffen
Bei der Bahn kam es wegen des Unwetters zu Einschränkungen bei Regionalzügen in Niedersachsen und Hamburg. Im Fernverkehr drosselte die Bahn auf einigen Strecken die Geschwindigkeit der Züge. Betroffen seien zunächst die Abschnitte zwischen Hannover und Frankfurt, Wolfsburg und Berlin sowie Köln und Frankfurt. Dadurch kann es zu Verspätungen und Anschlussverlusten kommen.
Alle ICE-Züge zwischen Berlin und Frankfurt würden zudem nicht in Braunschweig und Hildesheim halten, erklärte die Bahn. Insgesamt habe man aber einen guten Betriebsstart am Morgen erlebt, sagte eine Sprecherin.
Von Westen her bringt Tief “Gunda” Schnee und später Regen, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Folge sei “eine überregional unwetterartige Glatteis-Lage”, so DWD-Meteorologe Oliver Reuter.
Für weite Teile Deutschlands gilt weiterhin die zweithöchste Unwetterwarnstufe vor Glatteis. Während sich die Situation etwa am Niederrhein schon wieder entspannte, gilt die Warnung des (DWD) etwa für Erfurt noch bis 22 Uhr. Die Meteorologen riefen die Menschen auf, Fahrten mit dem Auto zu vermeiden. Es bestehe “Gefahr für Leib und Leben”.
Schulen zu – aber keine Ferien
Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen wegen der Glatteis-Gefahr ebenso geschlossen wie in Niedersachsen und in Bremen. Ausnahmen gibt es auf den ostfriesischen Inseln. Auch in Hessen, Bayern und weiteren Bundesländern blieben zahlreiche Schulen zu.
Einen extra Tag Ferien gibt es für die Schülerinnen und Schüler deshalb aber nicht: “Es ist kein schulfrei – die Schülerinnen und Schüler müssen schon arbeiten”, betonte die nordrhein-westfälische Schulministerin Dorothee Feller im WDR.
Die Klassen seien lediglich in den Distanzunterricht geschickt worden, damit sich niemand auf dem womöglich gefährlichen Schulweg verletze. Lehrer könnten ihren Unterricht entweder per Video anbieten oder den Kindern und Jugendlichen Arbeitsmaterial zuschicken.
Warmfront erreichte Ballungsgebiete schon in der Nacht
Über die großen Ballungsgebiete in Nordrhein-Westfalen war die gefährliche Warmfront bereits in der Nacht hinweggezogen, als auf den Straßen noch fast nichts los war. In Köln, Düsseldorf und Duisburg gab es den stärksten Regen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes gegen 3 Uhr.
Anschließend zog das Regenband weiter nach Osten. Starken Niederschlag gab es etwa in Frankfurt, Stuttgart und Hannover. Überall traf der Regen auf gefrorene Böden – eine gefährliche Mischung.
