Minneapolis: Weiteres Video von tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten

Minneapolis: Weiteres Video von tödlichen Schüssen eines ICE-Beamten

Ein Einschussloch ist in der Windschutzscheibe zu sehen, während Polizeibeamte in Minneapolis einen Tatort nach tödlichen Schüssen untersuchen.

Stand: 10.01.2026 17:01 Uhr

Die tödlichen Schüsse eines ICE-Beamten auf eine Frau lösten in den USA Proteste aus. Jetzt gibt es ein neues Video, das auch zeigt, was vor dem Vorfall passierte. Dennoch bleiben weiter Fragen offen.

Nach dem Tod 37-jährigen Renee Nicole Good bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE im Bundesstaat Minnesota zeigt ein weiteres Video das Aufeinandertreffen der Frau und des Beamten, kurz bevor dieser tödliche Schüsse auf sie abgab.

Es wurde am Freitag von der Webseite Alpha News veröffentlicht und später vom Heimatschutzministerium und von Vizepräsident JD Vance geteilt. Aus den Angaben in dem weiterverbreiteten Post geht hervor, dass der Filmende der Beamte ist, der auf die Frau schoss.

In dem 47 Sekunden langen Clip ist der Wagen der Frau zu sehen, der mitten auf der Straße steht. Der filmende Beamte geht um den Wagen herum. Good schaut den Beamten aus dem heruntergelassenem Fenster an und sagt: “It’s fine, Dude. I’m not mad” – auf Deutsch etwa: “Ist schon gut, Mann. Ich bin nicht sauer.”

Mutmaßliche Partnerin zu sehen

Der Mann geht weiter um das Auto herum. Als er beim Nummernschild ankommt, sagt eine weitere Frau: “Ist schon okay, wir wechseln unsere Nummernschilder nicht jeden Morgen, nur damit du es weißt.” Dann ist die Frau mit Mütze, Sonnenbrille und Trillerpfeife um den Hals zu sehen, sie hält ebenfalls ein Handy in der Hand. “Es wird dasselbe Nummernschild sein, wenn du später kommst, um mit uns zu sprechen.”

Der Filmende reagiert nicht und geht wieder auf die Beifahrerseite des Fahrzeugs, die Frau mit der Sonnenbrille zwischen ihm und dem stehenden Auto. “Du willst dich mit uns anlegen? Ich sag dir, geh und hol dir erst mal Mittagessen, Großer, nur zu”, sagt die Frau, die US-Medien als Goods Partnerin identifiziert haben. Im Hintergrund geht ein weiterer Beamter auf die Fahrerseite des Autos zu. Eine Männerstimme sagt: “Raus aus dem Auto. Komm raus aus dem verdammten Auto.”

Die Frau mit der Sonnenbrille nimmt den Griff der Beifahrertür in die Hand, die Tür bleibt aber zu. Der filmende Beamte geht an der Frontseite des Hondas entlang, der sich in Bewegung setzt. Erst rückwärts, dann fährt das Auto vorwärts. Plötzlich brüllt ein Mann – aufgrund der Lautstärke offensichtlich der Beamte, im Hintergrund wird auch geschrien. Abrupt zeigt die Kamera in den Himmel, Knallgeräusche sind zu hören. Kurz danach sagt ein Mann: “Fucking bitch” (Deutsch: “verdammte Schlampe”). Die Kamera hat sich inzwischen wieder auf die Straße gerichtet, zu sehen ist, wie das Auto sich von der Szene entfernt, bis ein Aufprall zu hören ist.

Unklar, ob Auto den Beamten berührte

Auf dem Video ist nicht zu sehen, wo genau der Beamte steht, als das Auto nach vorne rechts fährt. Auch geht daraus nicht hervor, ob der Honda ihn berührt. Das Heimatschutzministerium und der Vizepräsident führen das Video dennoch als Beleg dafür an, dass der Beamte auf die Fahrerin schoss, weil er in Gefahr war und sich selbst verteidigen musste.

Die US-Zeitung New York Times, die andere Videos zur Rekonstruktion des Vorfalls ausgewertet hat, verweist darauf, dass der Beamte auf anderen Aufnahmen links neben dem Wagen zu sehen ist, der nach rechts abdreht – also von ihm weg -, als er schießt.

Der Tod der 37-jährigen dreifachen Mutter hatte zu Protesten gegen die Einsätze der Behörde geführt. Sowohl in Minneapolis als auch in anderen Städten des Landes gingen zahlreiche Menschen auf die Straße.

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