Wintersturm “Elli”: Fernverkehr soll wieder rollen – Schnee im Süden

Wintersturm “Elli”: Fernverkehr soll wieder rollen – Schnee im Süden

Ein vereister Triebkopf eines ICE ist an einem Bahnsteig auf dem Hauptbahnhof Hamburg zu sehen.

Stand: 10.01.2026 06:42 Uhr

Die Schneelage im Norden Deutschlands entspannt sich langsam: Ab dem Morgen sollen erste Fernverkehrszüge wieder rollen. Nach dem Norden ist allerdings der Süden dran – der Schnee wird nun hier erwartet.

Nach den großflächigen Einschränkungen im Bahnverkehr durch den Wintersturm “Elli” hat die Deutsche Bahn angekündigt, den Fernverkehr in Norddeutschland ab dem Vormittag schrittweise wieder aufzunehmen. Auf der Webseite der Bahn hieß es, dass ab 10 Uhr etwa wieder Fernverkehrszüge auf den Strecken Hamburg-Berlin und Hamburg-Frankfurt fahren sollten. Trotzdem sei bundesweit noch mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit. Die Bahn bittet alle Reisenden, sich vor Fahrtantritt in der App DB Navigator und auf der Internetseite der Bahn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren.

In den betroffenen Regionen im Norden hatten laut Bahn insbesondere Schneeverwehungen für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt. Am Freitagmorgen hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, den Fernverkehr im Norden Deutschlands bis mindestens Mittag einzustellen. Das Unternehmen argumentierte, die Unterbrechung sei notwendig, um Fahrgäste, Mitarbeiter und Fahrzeuge zu schützen. An den Bahnhöfen waren beheizte Züge als Notunterkunft aufgestellt worden.

Auch das Bahnunternehmen Metronom kündigte an, seinen Betrieb am Samstagmorgen wieder aufnehmen zu wollen. Die Züge verkehren unter anderem zwischen Hannover, Hamburg und Bremen.

Unfälle in Norddeutschland

Viele Straßen waren von Schneefall und Glatteis betroffen. Busse und Bahnen fuhren vielerorts nicht. Es gab zahlreiche Unfälle. Lastwagen gerieten ins Rutschen, drehten sich oder blockierten Fahrbahnen, meist blieb es bei Sachschäden. Mehrere Straßen waren wegen starker Schneeverwehungen zeitweise nicht befahrbar. Die Polizei rief dazu auf, Fahrten möglichst zu vermeiden.

In Bayern starben bei Unfällen am Freitag drei Menschen. Die Nacht in Süddeutschland war nach Angaben mehrerer Polizeipräsidien in Bayern und Baden-Württemberg allerdings vergleichsweise ruhig. Es habe nicht mehr Unfälle gegeben als in anderen Nächten.

Wetterdienst warnt vor starkem Frost

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete mit Stand Freitagabend für Norddeutschland nicht mehr mit großem Schneefall. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern könne es zwar im Laufe des Samstags noch einzelne Schneeschauer von der Ostsee her geben. Mit Blick auf die Schneemengen sei aber nichts Großartiges mehr zu erwarten, sagte der Meteorologe vom Dienst, Christian Paulmann. Allerdings stünden vor allem im Nordosten Tage mit strengem Frost bevor.

Die Temperaturen verschärfen die Lage für Menschen ohne eigene Wohnung. Die Gefahr sei groß, dass die Menschen schwer erkranken oder sogar erfrieren, erklärte ein Sprecher der Diakonie. In Berlin wurden zum Beispiel kurzfristig mehr Schlafplätze für obdachlose Menschen zur Verfügung gestellt.

Der Schnee zieht unterdessen von der Mitte bis in den Süden Deutschlands -mit einem besonderen Fokus im Schwarzwald und im Allgäu. Dort sind nach DWD-Angaben bis zur zweiten Hälfte der kommenden Nacht 20 bis 30, in den Hochlagen des Schwarzwalds bei unwetterartigem Schneefall sogar 50 Zentimeter Neuschnee möglich.

Bundesliga-Spiele abgesagt

In der Fußball-Bundesliga führte das Schneechaos im Norden zu zwei Spielabsagen: Wenige Stunden nach dem Aus für die Partie des FC St. Pauli gegen RB Leipzig wurde auch das Spiel des SV Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim gestrichen.

Die Auswirkungen von “Elli” sind auch in weiteren Bereichen weiterhin zu spüren. Der Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln bleibt am Wochenende teilweise eingeschränkt. In einigen niedersächsischen Städten wie Hannover und Lüneburg bleiben einige Parks und Friedhöfe geschlossen. Grund ist die Gefahr herabfallender Äste durch hohe Schneelasten.

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