Schnee, Glätte, Bahnausfälle: Wintersturm “Elli” hat das Land im Griff

Schnee, Glätte, Bahnausfälle: Wintersturm “Elli” hat das Land im Griff

Ein Räumfahrzeug schiebt Schnee auf einer Straße bei Oberhof (Thüringen).

Stand: 09.01.2026 14:03 Uhr

Viel Schnee, tödliche Unfälle, stehende Züge: Wintersturm “Elli” trifft weite Teile Deutschlands. Was das für Bahnreisende, Schüler und Autofahrer bedeutet – und wo es besonders kritisch wird.

Wintersturm “Elli” zieht mit geballten Schneeladungen über Deutschland. Die Deutsche Bahn reagierte und stoppte den Fernverkehr im Norden des Landes. Der gesamte Schienenverkehr im Großraum Hannover sei eingestellt, teilte die Bahn mit: “Damit ist eines unserer wichtigsten Drehkreuze betroffen und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich.”

Der Betriebsstopp sei nötig, um Fahrgäste, Mitarbeiter und Fahrzeuge zu schützen. Die Bahn kündigte an, die Fahrgäste an den Bahnhöfen zu versorgen. In Hannover würden Aufenthaltszüge bereitgestellt.

Auch in Ostdeutschland nehmen die witterungsbedingten Beeinträchtigungen im Bahnverkehr zu. Dort sei im Laufe des Tages mit weiteren Einschränkungen zu rechnen, so die Bahn.

Glätte und Unfälle

Von den Folgen des Winterwetters sind bundesweit auch viele Straßen betroffen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor spiegelglatten und verschneiten Straßen in vielen Regionen. In etlichen Städten wurde der Busverkehr vorsichtshalber eingestellt.

In Bayern kam es zu zwei tödlichen Unfällen. Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos in Niederbayern starben zwei Menschen. Wie ein Polizeisprecher sagte, war eines der Autos ins Schleudern geraten – vermutlich wegen des Winterwetters. In der Oberpfalz kam zudem ein Autofahrer ums Leben, als sein Wagen von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte.

Auch rund um Hannover kam es in der Nacht und am frühen Morgen wetterbedingt zu einigen Unfällen. Auf Straßen etwa im Westen Deutschlands war es am frühen Morgen dagegen so ruhig wie selten, weil viele Autofahrer wegen der Glättewarnungen zu Hause geblieben waren.

Erhebliche Behinderungen gibt es auf mehreren Autobahnen: In Osthessen waren laut Polizeipräsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert, die A7, A4 und A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. “Das Problem ist der Schwerlastverkehr”, sagte der Sprecher.

Weiterhin gefährliche Wetterlage

Für weite Teile Deutschlands, vor allem für den Norden die Mittelgebirge, gelten weiterhin Unwetterwarnungen des Wetterdienstes. Der DWD sagt “von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle” voraus, die sich bis zur Elbe ausbreiten. Bei stürmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu größeren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen kann.

Schneefrei an vielen Schulen

In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fällt der reguläre Schulbetrieb flächendeckend aus. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung für jüngere Kinder. Grund für die Schließung ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden kann.

Auch in Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fällt teils der Präsenzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und Kindergärten betroffen.

Ausblick aufs Wochenende

Nach dem Freitag beruhigt sich das Wetter am Wochenende, Sturmtief “Elli” löst sich dann langsam auf. Am Samstag schneit es – diesmal eher im Süden als im Norden. Am Sonntag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) “einen Wintertag wie aus dem Bilderbuch”. Allerdings sollte man sich warm anziehen, denn verbreitet herrscht weiter Dauerfrost.

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