Nach tödlichen Schüssen bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde in Minneapolis kam es in mehreren Städten zu Protesten. Nun gab es in Portland einen weiteren Vorfall: Ein Bundespolizist verletzte zwei Menschen bei einer Kontrolle.
Bei einem Einsatz der US-Grenzschutzbehörde in Portland sind zwei Menschen verletzt worden. Nach Darstellung des US-Heimatschutzministeriums habe die Person am Steuer bei einer Kontrolle versucht, die Beamten zu überfahren. Einer von ihnen habe aus Selbstverteidigung einen Schuss abgegeben. Nach Angaben der Polizei von Portland wurden zwei Insassen mit Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Zu ihrem Zustand gibt es bisher keine Angaben.
Das Heimatschutzministerium sprach von einer Verbindung der beiden zur venezolanischen Gang Tren de Aragua. Der Hergang des Vorfalls und eine angebliche Bandenverbindung lassen sich nicht unabhängig bestätigen. Oregons Generalstaatsanwalt kündigte eine Untersuchung an. Nach dem Vorfall zogen Hunderte Menschen vor das Portlander Gebäude der US-Einwanderungsbehörde ICE.
Proteste nach tödlichen Schüssen in Minneapolis
Am Mittwoch war in Minneapolis eine Frau bei einem ICE-Einsatz erschossen worden. Die Darstellungen der US-Regierung und lokaler Behörden dazu widersprechen sich: Heimatschutzministerin Kristi Noem sprach von Notwehr und US-Präsident Donald Trump erklärte, die Frau habe einen Beamten überfahren.
Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, wies dies jedoch als “völligen Unsinn” zurück und berief sich auf Videos von Augenzeugen. Darin ist zu sehen, wie ein Beamter drei Schüsse auf das Auto abgibt, während es an ihm vorbeizufahren scheint. Der Zwischenfall sorgte für Proteste in mehreren Städten. Eine Ermittlungsbehörde in Minnesota beklagte, dass die Bundespolizei FBI und das US-Justizministerium sie von der Untersuchung ausgeschlossen hätten.
