Marktbericht: Anleger zuversichtlich vor US-Arbeitsmarktbericht

Marktbericht: Anleger zuversichtlich vor US-Arbeitsmarktbericht

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marktbericht

Stand: 09.01.2026 07:49 Uhr

Für die Anleger ist die Börsenwoche ausgesprochen erfolgreich verlaufen. Auch zum Wochenschluss könnte es weitere Gewinne geben – wenn die frischen Daten vom US-Jobmarkt nicht dazwischenfahren.

Der Januar gilt zwar historisch als guter Börsenmonat, aber die Kursentwicklung in der ersten vollen Börsenwoche des neuen Jahres ist bislang ungewöhnlich positiv – insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten geopolitischen Lage.

Am Mittwoch sprang der DAX erstmals über die Marke von 25.000 Punkten, gestern im Handelsverlauf ein weiterer Rekord bei über 25.200 Punkten. Der Aufwärtsschwung ließ zuletzt jedoch etwas nach. Der deutsche Leitindex hatte nur noch mit einem minimalen Plus auf 25.127 Stellen geschlossen.

Zum Wochenschluss könnte es zunächst aber wieder nach vorne gehen: Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Auftakt 0,2 Prozent höher auf 25.174 Punkte. Damit steuert er in der ersten Handelswoche des neuen Jahres auf ein Plus von fast drei Prozent zu.

Mit einer großen Dynamik ist gleichwohl eher nicht zu rechnen: Vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten aus den USA dürften die Anleger zögerlich bleiben. Am Nachmittag wird der vielbeachtete monatliche US-Arbeitsmarktbericht publiziert. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist für die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve von zentraler Bedeutung.

Schwächelt der Arbeitsmarkt, könnte die Fed versucht sein, die Konjunktur über sinkende Leitzinsen zu animieren. Das ist positiv für Aktienmärkte, erhöht aber die Inflationsrisiken.

Außerdem blicken die Investoren mit Spannung auf eine bevorstehende Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit von Zöllen. Die Entscheidung des US-Supreme Court sei der “eigentliche Joker” für die Märkte am Freitag, sagt Kyle Rodda, leitender Finanzmarktanalyst bei Capital.com.

“Wenn die Gerichte die US-Zölle kippen, wäre das ein großer Schub für die Marktstimmung”, erklärt er. Ob die Trump-Regierung aber klein beigäbe, wenn die Zölle für unrechtmäßig erklärt würden, sei fraglich.

Diese Unsicherheiten zeigen sich auch an den Vorgaben aus den USA. Vor der Veröffentlichung der Jobmarktdaten schlossen die US-Börsen gestern uneinheitlich. Der Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,6 Prozent auf 49.266 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab indes 0,4 Prozent auf 23.480 Zähler nach. Der der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 6.921 Stellen.

Am Rohstoffmarkt legen die Ölpreise den zweiten Tag in Folge zu. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 62,35 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,6 Prozent fester bei 58,08 Dollar. Nach dem US-Militärangriff auf Venezuela waren die Notierungen zunächst gefallen.

“Der Preisanstieg ist in erster Linie auf Trumps Anspruch zurückzuführen, den venezolanischen Ölexport zu kontrollieren. Dies könnte zu einem Preisanstieg gegenüber den bisherigen verbilligten Verkäufen führen”, sagt Tina Teng, Marktstrategin bei Moomoo ANZ.

Unruhen im Iran, einem wichtigen Ölproduzenten im Nahen Osten, und Sorgen, dass der Krieg zwischen Russland und der Ukraine auf russische Ölexporte übergreifen könnte, verstärken zudem die Sorgen über das Angebot.

In der Branche der Rohstoff-Versorger könnte ein bedeutsamer Zusammenschluss bevorstehen: Die Bergbaukonzerne Glencore und Rio Tinto loten eine Fusion zum weltgrößten Unternehmen der Branche mit einem Börsenwert von rund 207 Milliarden Dollar aus. Beide Firmen bestätigten Gespräche. Aktuell gehe es um eine mögliche Zusammenlegung einiger oder aller Geschäftsbereiche. Eine Option sei eine Übernahme von Glencore durch Rio Tinto im Zuge eines Aktientauschs.

Rio Tinto ist der weltgrößte Eisenerzförderer und kommt auf eine Marktkapitalisierung von 142 Milliarden Dollar, Glencore wird mit 65 Milliarden Dollar bewertet. Gemäß den britischen Übernahmeregeln hat Rio Tinto bis zum 05. Februar Zeit, ein formelles Angebot für Glencore abzugeben oder zu erklären, dass es den Vorstoß nicht fortsetzen wird.

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