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Industrie mit überraschend guter Auftragslage im November
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Industrie mit überraschend guter Auftragslage im November

By Abrar Hussain
January 8, 2026 2 Min Read
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Arbeiter gießen flüssiges Eisen in der Eisengießerei Torgelow

Stand: 08.01.2026 12:36 Uhr

Die deutsche Industrie verzeichnet den dritten Monat ein Plus bei der Auftragslage – für Ökonomen unerwartet. Eine schöne Überraschung – manche Analysten sprechen von einer Trendwende in der Wirtschaft.

Die deutschen Industrieunternehmen haben im November überraschend viele Aufträge erhalten. Saison- und kalenderbereinigt konnte die Branche ein Plus von 5,6 Prozent verzeichnen. Im Vergleich zum November 2024 legten die Aufträge sogar um 10,5 Prozent zu. Das gab das Statistische Bundesamt bekannt.

Ökonomen zeigen sich überrascht von dieser Entwicklung – nach den starken Zahlen für den Oktober hatten sie eigentlich mit einem Rückgang gerechnet, hatte eine Befragung der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ergeben. Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sprach von einem echten Zeichen für eine mögliche Trendwende in der deutschen Wirtschaft.

Der November ist der dritte Monat in Folge, in der ein Zuwachs verzeichnet wurde – und das größte Plus seit Dezember 2024. Besonders stark dazu beigetragen haben Großaufträge aus dem Inland.

Ökonomen: Gutes Zeichen für die Wirtschaft

Den stärksten Zuwachs gab es bei den Herstellern von Metallerzeugnissen mit einem Plus von rund 25 Prozent und im Bau von Flugzeugen, Schiffen, Zügen und Militärfahrzeuge mit etwa zwölf Prozent – dies sei vor allem auf den Rüstungssektor zurückzuführen, sagen Analysten. Auch in den kommenden Monaten würden die Auftragseingänge von der Rüstungsindustrie geprägt bleiben.

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien, sprach davon, dass das Auftragsplus ein weiteres Indiz sei, dass die steigenden Staatsausgaben im neuen Jahr die Wirtschaft ankurbeln werden.

“Diese Stütze ist für die Industrie hochwillkommen”, sagt Dullien. Aus seiner Sicht dürfe 2026 deutlich besser für die deutsche Industrie laufen als das abgelaufene Jahr. Neben steigenden Staatsausgaben für Rüstung dürfte auch der Anstieg bei Infrastrukturinvestitionen der Industrie mehr Aufträge bescheren.

Kommt die Trendwende?

Das spiegelt sich jetzt bereits wieder: Das Auftragsplus aus dem Inland (6,5 Prozent) ist stärker als das aus dem Ausland (4,9 Prozent). Die Nachfrage aus der Euro-Zone wiederum nahm stärker zu als die aus dem Rest der Welt.

Ob die Trendwende allerdings tatsächlich kommt, ist gleichwohl fraglich. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe hatte sich zum Jahreswechsel wieder verschlechtert. Dem Münchener Ifo-Institut zufolge sei die Zahl der Neuaufträge im Dezember wieder gesunken. “Kaum eine Branche bleibt davon ausgenommen”, heißt es. Nach einer Umfrage des Instituts planten die Unternehmen, die Produktion zurückzufahren.

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Abrar Hussain

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