In Berlin waren zeitweise 45.000 Haushalte ohne Strom – was gezeigt habe, wie wichtig ein gut ausgerüsteter Katastrophenschutz ist, sagt DRK-Präsident Gröhe. Aktuell hänge der Bund aber bei der Finanzierung hinterher.
Nach dem Anschlag auf die Berliner Stromversorgung hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) fehlende Investitionen des Bundes in den Bevölkerungsschutz beklagt. Der Stromausfall zeige, “wie anfällig die kritische Infrastruktur ist und welche Bedeutung der Schutz der Bevölkerung hat”, sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
“Der alleinige Blick auf das Militärische greift zu kurz”, so Gröhe. Der Zivil- und Katastrophenschutz sei ein zentraler Bestandteil für die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit und Teil der Daseinsvorsorge des Staates. Es werde gerade deutlich, “wie wichtig Ausweichmöglichkeiten und eine ausreichende Bevorratung an Materialien zur Bewältigung solcher Lagen sind”.
Mobile Betreuungsmodule fehlen
Ein Beispiel für solche Materialien seien Mobile Betreuungsmodule, mit denen im Krisenfall jeweils 5.000 Menschen eigenständig versorgt werden können, etwa mit Wasser, Energie und Medikamenten. Deutschlandweit würden mindestens zehn davon benötigt, so sei es auch politisch vorgesehen gewesen, sagte Gröhe.
Ausfinanziert seien bislang jedoch nur anderthalb Module. “Im aktuellen Bundeshaushalt sind keine Finanzmittel für weitere Module eingestellt”, kritisierte der DRK-Präsident.
Grund für den großflächigen Stromausfall im Südwesten Berlins war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannt hat. Ab Samstagmorgen waren zunächst insgesamt 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbeeinheiten ohne Strom.
