Venezuelas Interimspräsidentin Rodríguez schlägt nach dem Angriff der USA auf ihr Land nun versöhnliche Töne an. Man strebe “respektvolle Beziehungen zu den USA” an. Derweil drohte US-Präsident Trump weiteren Ländern – unter anderem Kolumbien.
Nach der Entführung und Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch das US-Militär hat Interimspräsidentin Delcy Rodríguez den USA eine Zusammenarbeit angeboten.
“Wir laden die US-Regierung ein, mit uns an einer Agenda der Kooperation zu arbeiten, die auf eine gemeinsame Entwicklung im Rahmen des Völkerrechts ausgerichtet ist, um ein dauerhaftes gemeinschaftliches Zusammenleben zu stärken”, teilte Rodríguez in einer Erklärung mit. Venezuela strebe ein Leben ohne Bedrohungen an und wolle auf ausgewogene und respektvolle Beziehungen zu den USA hinarbeiten.
Rodríguez hatte eine Zusammenarbeit mit den USA zunächst abgelehnt und betont, Venezuela werde “nie wieder eine Kolonie, egal von welchem Imperium” sein, Maduro sei weiterhin der rechtmäßige Präsident.
Trumps Drohungen gegen Rodríguez
US-Präsident Donald Trump drohte Rodríguez unterdessen unverhohlen. Ihr könne eine noch “schlimmere Situation” als dem gefangen genommenen Maduro drohen, sagte er während eines Flugs nach Washington zu Reportern. Maduro habe immerhin schnell aufgegeben. “Er hat seine Hände gehoben. Er hat aufgegeben”, schilderte Trump während eines Flugs nach Washington vor Journalisten.
Sollte Rodríguez nicht kooperieren, könne er einen weiteren Militäreinsatz anordnen, betonte Trump. Mit Blick auf die Ölressourcen des Landes sagte er: “Wir holen uns zurück, was sie gestohlen haben.”
Kolumbien und Kuba im Fokus?
Der US-Präsident drohte auch Kolumbien. Das Land sei “sehr krank” und werde von einem “kranken Mann” regiert, der es liebe, “Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen”, sagte der US-Präsident in Bezug auf Kolumbien und dessen Staatschef Gustavo Petro. Das werde er “nicht mehr lange machen”. Auf Nachfrage, ob es einen Militäreinsatz auch gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump: “Das klingt für mich gut.”
Petro selbst wies Vorwürfe zurück, Kolumbien unternehme zu wenig gegen den Drogenhandel. Er verwies etwa auf große Kokainbeschlagnahmen und Einsätze gegen bewaffnete Gruppen. “Ich bin weder illegitim noch ein Drogenhändler”, schrieb er auf der Plattform X.
US-Außenminister Rubio bezeichnete derweil auch die Regierung in Kuba als ein “riesiges Problem”. Das sagte er NBC News auf die Frage, ob nach dem US-Angriff auf Venezuela nun auch ein Militäreinsatz gegen Kuba folgen werde. Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. “Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind.” Dieses habe Venezuelas nun entmachteten Staatschef Nicolás Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter.
Trump sagte, Kuba sehe ohnehin so aus, als sei es kurz vor dem Zerfall.
Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats
In New York steht heute für Maduro die erste Anhörung vor Gericht auf dem Plan. Ihm soll wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden.
Ebenfalls in der Ostküstenmetropole befasst sich der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit dem US-Angriff auf Venezuela.
