Weiterhin viele offene Fragen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana

Weiterhin viele offene Fragen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana

Der Eingang der Bar und Lounge "Le Constellation" in Crans-Montana.

Stand: 05.01.2026 12:26 Uhr

Wurden Brandschutzvorschriften eingehalten – und ausreichend kontrolliert? Nach der tödlichen Brandkatastrophe in der Schweiz stehen neben den Betreibern der Bar auch die Behörden im Fokus. Andere Wintersportorte ziehen bereits Konsequenzen.

Auch vier Tage nach der Brandkatastrophe in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana sind noch viele Fragen offen. Unklar ist weiterhin, ob die geltenden Brandschutz- und Bauvorschriften in dem Lokal “Le Constellation” eingehalten wurden. Die Ermittler prüfen derzeit, ob ‌die jährlichen Bauinspektionen stattgefunden haben, teilten die Behörden des Kantons Wallis mit. Die Gemeinde habe dem Kanton jedoch keine Mängel gemeldet.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen die Betreiber der Bar. Einer von ihnen sagte, die Bar sei in zehn Jahren dreimal überprüft worden und alles sei vorschriftsgemäß gewesen. Die Betreiber werden der Staatsanwaltschaft zufolge der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung verdächtigt. In Gewahrsam genommen wurde das Paar nicht. Laut Polizei gebe es keine Hinweise darauf, dass sie sich dem Verfahren entziehen könnten.

Unterdessen werden die Aufrufe nach einer lückenlosen Aufklärung lauter. Der stellvertretende italienische ‌Ministerpräsident Matteo Salvini erklärte in sozialen Medien, “in der zivilisierten Schweiz werden ​sich für einige ‍Leute die Gefängnistore öffnen müssen”. “Eine solche Tragödie darf sich nie wiederholen”, hieß es von einer Anwohnerin auf einem Trauermarsch.

Andere Orte prüfen Brandschutz

Weitere beliebte Orte für den Wintersport in der Schweiz überprüfen nach der Katastrophe mit mehreren Toten ihren Brandschutz. Im Schweizer Radio SRF kündigten Lokalpolitiker in Adelboden und Lauterbrunnen an, Gastronomie-Betriebe in die Pflicht zu nehmen. Am kommenden Wochenende finden in Adelboden Skirennen statt. Es gehe darum zu schauen, “ob wir hier alles in Ordnung haben, damit nicht so etwas eintreffen kann”, sagte Gemeinderatspräsident Willy Schranz. In Wengen findet ein Weltcuprennen statt, der Ort ist Teil der Gemeinde Lauterbrunnen.

Berichten zufolge haben zahlreiche Betreiber von Lokalen in der Schweiz bereits Konsequenzen gezogen und beschlossen, künftig auf Pyrotechnik in Innenräumen zu verzichten. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin betonte im SRF, ein staatliches Verbot sei daher nicht notwendig. “Ich glaube, dass die notwendigen Lehren zum gegebenen Zeitpunkt daraus gezogen werden”, so Parmelin.

Alle Opfer identifiziert

In den frühen Morgenstunden des 1. Januar war das Feuer ausgebrochen. Als Brandursache gilt Tischfeuerwerk. Insgesamt 40 Menschen starben, mittlerweile sind alle von ihnen identifiziert. Weitere 119 Personen wurden teils schwer verletzt.

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