Ein Fund in einem Mülleimer hat die Polizei nach dem Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen eventuell weiter gebracht. Die Täter sollen deutlich mehr erbeutet haben als zunächst gedacht.
Es könnte die erste heiße Spur nach dem spektakulären Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen sein. Ein Zeuge hat die Kennzeichen des Fluchtautos gefunden. Sie lagen in einem Mülleimer am Dortmunder Hauptbahnhof.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die “Bild”-Zeitung hatte als erste darüber berichtet. Ein Sprecher der Polizei in Gelsenkirchen sagte am Montagmorgen gegenüber dem WDR: “Wir sind in Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft und können die Information noch nicht offiziell bestätigen”.
Dortmunder Hauptbahnhof im Visier
Laut dem Bericht sollen Ermittler der Gelsenkirchener Polizei die Kennzeichen in Dortmund sichergestellt haben. Offenbar wird jetzt geprüft, ob es sich tatsächlich um die gefälschten Nummernschilder mit Hannoveraner Kennzeichen handelt.
Der Schaden soll bei über 100 Millionen Euro liegen
An dem Mülleimer in Dortmund sollen Spuren gesichert worden sein. Außerdem werde geprüft, ob Überwachungskameras möglicherweise die Mülleimer im Bild haben.
Beute über 100 Millionen Euro
Mittlerweile gehen die Ermittler auch von einer deutlich höheren Beute als bislang angenommen aus. Demnach soll die Summe bei über 100 Millionen Euro liegen. Einzelne Kunden haben demnach angezeigt, dass sie mehr als 500.000 Euro in ihren Schließfächern gehabt hätten. Bislang ging man von einem Gesamtschaden in mittlerem zweistelligen Millionenbereich aus.
Sparkasse weiter geschlossen
Die Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer wird noch für einige Tage geschlossen bleiben. Laut Sparkasse werden noch immer Schäden erfasst und behoben. Das Loch im Tresorraum sei inzwischen aber von Spezialisten geschlossen worden.
Täter waren tagelang beschäftigt
Bei dem spektakulären Einbruch gelangten mehrere Täter mit einem Spezialbohrer in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer. Dort knackten sie fast alle der über 3.000 Schließfächer und entkamen mit einem Fluchtauto. Der Beutezug soll sich möglicherweise über mehrere Tage hingezogen haben.
Noch im Laufe des Montags will die Polizei eine Pressemitteilung mit neuen Informationen veröffentlichen.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Polizei Gelsenkirchen
- WDR-Reporterin vor Ort
- Sparkasse Gelsenkirchen
- “Bild”-Zeitung
Sendung: WDR 2, Ruhrgebiet, Lokalzeit, 05.01.2026, 08.31 Uhr
