Vor der Küste Venezuelas haben die USA Medienberichten zufolge erneut einen Öltanker beschlagnahmt – in internationalen Gewässern. Die Maßnahme folgt auf eine Ankündigung von US-Präsident Trump.
Die USA haben vor der Küste Venezuelas erneut einen Öltanker beschlagnahmt. Das berichten übereinstimmend mehrere US-Medien. Demnach setzte die US-Küstenwache mit Hilfe des Militärs ein mit Sanktionen belegtes Schiff fest. Das US-Militär soll Einsatzkräfte der Küstenwache zu dem Schiff gebracht und die Abläufe aus der Luft beobachtet haben.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine “Blockade” für alle unter US-Sanktionen fallende Öltanker angeordnet, die Venezuela anlaufen oder verlassen. Trump behauptete, das südamerikanische Land habe Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen – diese müssten zurückgegeben werden. Anfang der 2000er-Jahre hatte Venezuela Ölfelder verstaatlicht – betroffen waren ausländische und auch US-Firmen. In der Folge entbrannte ein Streit um Entschädigungszahlungen.
Rohölexporte Venezuelas gehen zurück
Es ist nicht die erste Beschlagnahmung eines Öltankers vor Venezuela. Bereits in der vergangenen Woche hatte das US-Militär einen Tanker unter seine Kontrolle gebracht. Die Regierung des südamerikanischen Landes verurteilte die Erstürmung scharf. Die venezolanischen Rohölexporte sind seitdem stark zurückgegangen. Beladene Schiffe verbleiben in venezolanischen Gewässern, anstatt eine Beschlagnahmung zu riskieren.
Der Ton zwischen den USA und Venezuela wird seit Monaten schärfer. Trump bezeichnete die Regierung des autoritär herrschenden venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro als Terrororganisation und drohte mit dem baldigen Beginn von US-Bodeneinsätzen in dem südamerikanischen Land. Maduro wirft Washington vor, einen Regimewechsel erzwingen zu wollen und es auf die Ölreserven des Landes abgesehen zu haben.
Immer wieder hat das US-Militär angeblich mit Drogen beladene Boote angegriffen und versenkt. Konkrete Beweise zur Rechtfertigung dieser Einsätze hat es bislang nicht vorgelegt. Aus Sicht von UN-Menschenrechtsexperten verstößt die US-Regierung mit den Angriffen gegen das Völkerrecht.
