Australiens Premier: Attentäter von Sydney wohl von IS-Ideologie beeinflusst

Australiens Premier: Attentäter von Sydney wohl von IS-Ideologie beeinflusst

Blumen am Ort des Anschlags in Sydney

Stand: 16.12.2025 13:30 Uhr

Nach dem Anschlag in Sydney geht die Polizei inzwischen davon aus, dass die Täter wohl von der Ideologie der Terrormiliz IS beeinflusst waren. Die Ermittler verfolgen eine Spur, die auf die Philippinen führt.

Die beiden Attentäter des antisemitischen Anschlags am Bondi Beach in Sydney waren laut Australiens Premierminister Anthony Albanese vermutlich von der Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) beeinflusst. “Es scheint, dass das (der Anschlag) durch die Ideologie des Islamischen Staates motiviert war”, sagte Albanese dem Radiosender ABC Sydney. Auch die Polizei erklärte dies auf einer Pressekonferenz.

Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, genug gegen Antisemitismus in seinem Land getan zu haben, erwiderte Albanese: “Wir tun, was wir können.” Die Ideologie des IS habe zu “dieser Ideologie des Hasses geführt und in diesem Fall zu der Bereitschaft, einen Massenmord zu begehen. Wir arbeiten so hart wie möglich.”

Zwei Angreifer – ein 50-Jähriger und sein 24 Jahre alter Sohn – hatten am Sonntag auf Teilnehmer einer Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka 15 Menschen erschossen. Unter den Opfern waren ein zehnjähriges Kind und ein Holocaust-Überlebender. Der 50 Jahre alte Schütze wurde am Tatort von Einsatzkräften der Polizei erschossen, sein Sohn wurde mit Schussverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Überprüfung vor sechs Jahren

Der australische Sender ABC hatte berichtet, dass der australische Geheimdienst vor sechs Jahren mögliche Verbindungen des 24-jährigen Täters zum IS überprüft habe. Anti-Terror-Ermittler gehen demnach davon aus, dass Vater und Sohn dem IS einen Treueschwur leisteten.

Albanese bestätigte, dass der australische Inlandsgeheimdienst den damaligen Teenager wegen Verbindungen zu einer in Sydney ansässigen IS-Terrorzelle überprüft habe. Damals sei er aber nicht als unmittelbare Bedrohung eingestuft worden. “Sie haben ihn befragt, sie haben seine Familienangehörigen befragt, sie haben Menschen aus seinem Umfeld befragt”, sagte Albanese. “Zu diesem Zeitpunkt wurde er nicht als verdächtige Person eingestuft.”

Am Tatort war ein Auto sichergestellt worden, das auf den 24-Jährigen zugelassen ist, wie der Chef der Polizei des Bundesstaats New South Wales, Mal Lanyon, mitteilte. Darin befanden sich demnach mehrere Sprengsätze und zwei selbst gemachte IS-Flaggen.

Bericht: “Militärähnliche Ausbildung” auf den Philippinen

ABC berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise unterdessen auch, die Attentäter hätten kurz vor dem Anschlag eine “militärähnliche Ausbildung” auf den Philippinen erhalten. Polizeichef Lanyon bestätigte laut dem “Guardian”, dass die beiden im vergangenen Monat auf die Philippinen gereist waren. Der Zweck dieser Reise und der dortige Aufenthaltsort der beiden würden derzeit untersucht, hieß es. 

Auch die philippinischen Behörden bestätigen die Einreise der beiden mutmaßlichen Attentäter gut einen Monat vor dem Anschlag. Vater und Sohn hätten sich zwischen dem 1. und 28. November auf den Philippinen aufgehalten, teilte die Einwanderungsbehörde in Manila mit. Ihr endgültiges Reiseziel war demnach die Stadt Davao auf der Insel Mindanao, wo Gruppen der IS-Terrormiliz aktiv sind. Vertreter des philippinischen Militärs gaben laut der Nachrichtenagentur AP allerdings an, in letzter Zeit habe es keine Anzeichen für ausländische Kämpfer im Süden des Landes gegeben.

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