Seit fast einem Jahr heißt der US-Präsident wieder Trump. Ein Blick zurück zeigt: Seine Präsidentschaft beschäftigt Filme und Serien wie kaum eine Präsidentschaft zuvor. Von Widerstand bis zu Appeasement ist alles zu sehen.
Für Star-Wars-Star Mark Hamill ist die Sache klar: Donald Trump steht auf der dunklen Seite der Macht. “Er ist definitiv ein Sith”, sagte der Luke-Skywalker-Darsteller in der Fernsehsendung “The View”. Bösartige Narzissten wie Donald Trump müsse man ins Lächerliche ziehen, so Hamill. Viele Trump-kritische Filme und Serien haben das im Jahr 2025 getan.
Der Boom der Trump-Parodie
Die erste Trump-Parodie kam zu Beginn des Jahres ins Kino. Im Film “Mickey 17” von “Parasite”-Regisseur Bong Joon-ho spielt Mark Ruffalo den fiktiven Politiker Kenneth Marshall. Nachdem Marshall wiederholt Wahlen verloren hat, sucht er sein Glück in dieser Science-Fiction-Geschichte im Jahr 2054 im Weltall.
Marshall spricht dabei wie Trump, bewegt sich wie Trump und die Unterstützer, die Marshall in weitentfernte Galaxien folgen, tragen sogar rote Hüte im MAGA-Style. Die Ausbeutung der Arbeiterklasse, besonders die von Hauptheld Mickey, gespielt von Robert Pattinson, wird in “Mickey 17” dabei auf die Spitze getrieben.
Oscar-Anwärter Sean Penn?
Eine weitere trumpistische Lächerlichkeit lieferte der Oscar-Anwärter “One Battle After Another”. Hier spielt Sean Penn eine Figur namens Steven Lockjaw. Ein steifer General, der zunächst ein ICE-ähnliches Abschiebungslager anleitet.
Aber Lockjaw hat eigentlich einen anderen Traum: Er will in den Club der Männer aufsteigen, die die Welt regieren, den “Christmas Adventurers Club”. Dafür muss er aber erst nachweisen, dass er weder homosexuell ist noch eine ethnisch-gemischte Beziehung eingegangen ist.
Auch “South Park” parodiert Trump
Auch die Zeichentrickserie ”South Park” hat sich in ihrer 27. Staffel an Trump und seiner US-Regierung abgearbeitet. Der Aktivist Charlie Kirk, Vizepräsident JD Vance, Heimatschutzministerin Kristi Noem und die Abschiebebehörde ICE kommen hier immer wieder vor.
Trump hat in “South Park” sogar einen festen Freund: Satan himself, der sich zunächst zur christlich-fundamentalistischen Politik Trumps hingezogen fühlt. Dann bemerkt der Fürst der Finsternis jedoch, dass Trump selbst ihm, dem Teufel, zu böse ist.
Geschichtsrevisionismus in Hollywood
Andere Filme und Serien dieses Kino- und Streaming-Jahres haben dagegen die Geschichte umgeschrieben. Oft sah man einen anderen, mutmaßlich vernünftigeren Präsidenten im Weißen Haus sitzen.
Gleich zweimal war 2025 Schauspielerin Angela Bassett als US-Präsidentin zu sehen, wohl inspiriert von der demokratischen Kandidatin Kamala Harris. Und in “House of Dynamite” von Regisseurin Kathryn Bigelow spielte Idris Elba einen an Barack Obama angelehnten US-Präsidenten.
Trump-Appeasement in Film und Serie
Aber nicht alles war Trump-kritisch. In der dritten Staffel der preisgekrönten Serie “The White Lotus” wurde eine non-binäre Figur nach der Wahl Trumps wieder aus dem Drehbuch gestrichen. Gegenüber der Zeitschrift Harpers Bazaar erklärte Schauspielerin Carrie Coon, dass ihre Figur eigentlich eine non-binäre Tochter haben sollte. Diese sei jedoch wegen Trump wieder aus dem Drehbuch gestrichen worden.
Eine ähnliche Appeasement-Kritik gab es von anderen Stellen auch für die Oscar-Verleihung 2025, die das Thema Trump laut Kritikern zu stark umschifft habe. “Auf Kritik Hollywoods gegen Trump wartete man vergebens”, schrieb zum Beispiel die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Trumpismus im Film?
Außerdem feierte Mel Gibson, den Donald Trump zuvor zum Sonderbotschafter Hollywoods ernannt hatte, 2025 sein Comeback auf dem Regie-Stuhl. Sein Thriller “Flight Risk” kommt erstmal unpolitisch daher, passt aber zu den Deep-State-Theorien der MAGA-Bewegung, weil er sich mit Verschwörungen innerhalb der Behörden auseinandersetzt.
“Flight Risk” zeigt, wie ein Zeugentransport in einem Kleinflugzeug schiefgeht, weil Pilot, Polizei und Mafia unter einer Decke stecken. Vertrauen kann die heldenhafte Hauptfigur, eine Polizistin, da nur ihrer eigenen Intuition. Verschwörungen innerhalb der Strukturen waren ein Trend, den man 2025 auch in anderen Filmen beobachten konnte.
Serie “Andor” als Protestsymbol gegen Trump
Und manchmal verschmolzen 2025 sogar Realität und Fiktion. So geschah das bei der Star-Wars-Serie “Andor”. “I have friends everywhere”, ist da das Motto der Rebellen. Das von Disney produzierte Spin-off setzt sich mit der Entstehung des Faschismus im galaktischen Imperium auseinander.
In einer Folge der zweiten Staffel setzt der Imperator seine Truppen gegen die eigene Bevölkerung ein, kurz darauf konnte man ähnliches bei Trump und der Nationalgarde beobachten. Und so ist “Andor” zu einem Spiegel der “No Kings”-Proteste gegen den Präsidenten geworden – so ist 2025 nicht nur die Trumpsche Realität auf der Leinwand gelandet. Auch die Leinwand kam zurück in die Realität.
