marktbericht
Wegen des heutigen US-Feiertages bewegte sich der DAX nur in engen Bahnen. Er bleibt aber auf erhöhtem Niveau. Im MDAX zog Puma das Interesse der Anleger auf sich.
Ohne Impulse von der Wall Street machte der DAX heute keine großen Sprünge, behauptete aber sein zuletzt wieder erhöhtes Niveau. Der Index handelte in einer überschaubaren Handelsbandbreite zwischen 23.708 und 23.830 Punkten und schloss bei 23.767 Punkten um 0,18 Prozent leicht höher. Die US-Börsen bleiben heute wegen des Erntedank-Feiertages “Thanksgiving” geschlossen.
Vermeintliche Hoffnung auf ein Ende des Ukraine-Konflikts sowie neue US-Zinshoffnungen stützen derzeit die Börse. “Der DAX hat die November-Verluste nahezu wieder ausgeglichen. Seit die amerikanische Notenbank Zinshoffnungen geweckt hat, ist von Angst auf dem Parkett kaum mehr etwas zu spüren. Aus dem November-Blues ist in kürzester Zeit eine Thanksgiving-Rally geworden”, kommentiert Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Gestern hatte der US-Leitindex Dow Jones mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 47.427 Punkten geschlossen. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,7 Prozent auf 6.812 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 0,8 Prozent auf 23.214 Stellen an.
Mehr Bewegung gab es im MDAX, dem Index der mittelgroßen Wert, der 1,07 Prozent auf 29.531 Punkte zulegte. Dabei stach vor allem die Aktie des Herzogenauracher Sportartikelkonzerns Puma heraus, die über 17 Prozent zulegte. Hintergrund waren Übernahmegerüchte. Dabei sind nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg gleich mehrere Interessenten im Spiel.
So soll der chinesische Konzern Anta Sports, dem bereits die Sportartikelmarke Fila und der Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin gehören, nach Bloomberg-Informationen eine Offerte für den Adidas-Rivalen erwägen. Aber es soll sich nicht nur Anta positioniert haben.
Auch der chinesische Anta-Konkurrent Lin Ning und der japanische Sportartikelhersteller Asics seien interessiert, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Puma war zuletzt in Schwierigkeiten gekommen, der Aktienkurs stark gefallen. Mit 17 Euro hatte die Puma-Aktie gestern nahe einem Zehn-Jahres-Tief geschlossen, das entspricht einem Börsenwert von gut 2,5 Milliarden Euro. Allein in diesem Jahr hat sie fast zwei Drittel ihres Wertes verloren. Übernahmegerüchte hatte es daher immer mal wieder gegeben.
Größte Hürde für eine Offerte dürfte demzufolge die Bewertungserwartung der französischen Milliardärsfamilie Pinault sein. Diese hält nach Puma-Angaben knapp 30 Prozent der Anteile. Die beteiligten Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren.
Die Deutsche Börse steht vor der milliardenschweren Übernahme der europäischen Fonds-Handelsplattform Allfunds. Der Frankfurter Börsenbetreiber bestätigte heute exklusive Gespräche mit dem Unternehmen. Die Deutsche Börse biete den Allfunds-Aktionären nach dem unverbindlichen Angebot insgesamt 8,80 Euro für jedes Papier. Das entspricht einem Gegenwert von rund 4,7 Milliarden Euro. An der Börse wurde Allfunds vor dem Bekanntwerden der Offerte mit knapp vier Milliarden Euro bewertet. Sicher sei die Übernahme aber noch nicht, betonte die Börse.
Allfunds bietet Fondsmanagern und -vertrieben eine Plattform für Handel und Abwicklung, Datenanalysen und Compliance-Systemen. Mit der Software können Allfunds-Kunden unterschiedliche Investmentfonds beobachten und handeln, Fonds-Häuser können die Wertentwicklung in ihrem Portfolio sowie Zu- und Abflüsse aus den Fonds verfolgen.
Die in Amsterdam gelisteten Allfunds-Aktien stiegen um mehr als 20 Prozent auf 8,00 Euro. Die größten Aktionäre des seit 2021 börsennotierten spanisch-britischen Unternehmens sind der US-Technologieinvestor Hellman & Friedman (36 Prozent) und die französische Großbank BNP Paribas (12,7 Prozent).
Der Rüstungskonzern Rheinmetall verhandelt aktuell nicht mit Volkswagen über eine Umstellung des Fahrzeug-Werks in Osnabrück von ziviler auf militärische Produktion. Aktuell verfüge Rheinmetall über ausreichend eigene Kapazitäten, um die bestehenden Aufträge zu erfüllen, sagte Konzernchef Armin Papperger heute vor dem Verein der Ausländischen Presse in Deutschland.
Dies könne sich bei zusätzlichen Großaufträgen aber ändern. Er habe sich bei einem Besuch des Volkswagen-Werks in Osnabrück bereits davon überzeugt, dass Teile für die Produktion militärischer Güter geeignet seien. Der DAX-Konzern Rheinmetall stellt Teile seiner zivilen Produktion für die Autoindustrie auf die boomende Fertigung für das Militär um. Der Konzern könne aber auch Werke etwa von Autoherstellern wie Volkswagen übernehmen, wenn die Voraussetzungen stimmten, hatte Papperger in der Vergangenheit gesagt.
