Der Jamaikaner machte mit seiner Musik den Reggae weltweit berühmt. Zu seinen größten Hits zählen “I can see clearly now” und “You Can Get it If You Really Want”. Cliff starb mit 81 Jahren.
Der Reggae-Musiker Jimmy Cliff ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung, wie seine Familie mitteilte. “An all seine Fans auf der Welt, bitte wisst, dass eure Unterstützung seine gesamte Karriere hindurch seine Stärke war”, teilte die Familie auf Social Media mit. “Er hat wirklich jeden einzelnen Fan für dessen Liebe zu schätzen gewusst.”
Der Jamaikaner trug mit Hits wie “Many Rivers to Cross”, “You Can Get it If You Really Want” zum internationalen Durchbruch der Reggae-Musik bei. Über das Lied “Vietnam” soll Bob Dylan einmal gesagt haben, es sei der beste Protestsong, der jemals geschrieben wurde. Der zweifache Grammy-Gewinner gilt auch als Entdecker von Bob Marley.
Star von Jamaikas erstem Spielfilm
Geboren wurde Cliff als James Chambers in einem Vorort von Saint James auf Jamaika. In jungen Jahren zog er nach Kingston, um Musiker zu werden. Mit dem Film “The Harder They Come” und dem dazugehörigen Soundtrack wurde er weltweit bekannt. Das Werk von 1972 gilt als erster jamaikanischer Spielfilm.
Cliff spielte nicht nur die Hauptrolle, sondern lieferte auch mehrere Songs, darunter den ikonischen Titeltrack “You Can Get It If You Really Want”. Der Film ist heute ein Klassiker und sorgte in den 1970er-Jahren dafür, dass Reggae auch außerhalb Jamaikas ein Publikum fand. Seine realistische Darstellung schwarzer Jamaikaner war bahnbrechend.
Reggae, bevor es Reggae gab
Als Jimmy Cliff mit “Hurricane Hattie” erstmals die jamaikanischen Charts anführte, kannte noch niemand das Wort Reggae. Musikalisch war es noch ein Ska-Stück – aus diesem Sound entwickelte sich später der Reggae. 1962 wird Jamaika unabhängig, Cliff feiert seinen 18. Geburtstag – und seine Karriere nimmt Fahrt auf. Er gibt sich den Künstlernamen Cliff – inspiriert von den Klippen seiner Heimat St. James im Nordwesten der Karibikinsel. Seine Musik ist für Cliff Teil seiner Identität:
Reggae ist eine reine Musik. Sie entstand aus der ärmeren Bevölkerung. Sie entstand aus dem Bedürfnis nach Anerkennung, Identität und Respekt.
Nicht nur durch seine eigenen Songs beflügelte Cliff den globalen Reggae-Boom der 70er-Jahre, er war auch Förderer von Talenten. Eines Tages tauchte der junge Bob Marley, damals noch Schweißer, in Cliffs Proberaum auf. Der Musiker erkannte in ihm ein poetisches Talent, er nahm ihn mit ins Studio und produzierte Marleys erste drei Songs.
Rassismus in London
Für seine Karriere zog der Jamaikaner nach London. Doch in der britischen Hauptstadt fühlte er sich unwohl. Eine Vermieterin wollte ihn mit den Worten hinauswerfen und sagte: “Wissen Sie nicht, dass Schwarze hier nicht geduldet werden?”. Erst als sie ihn später bei “Top of the Pops” sah, änderte sie ihre Haltung, wie Cliff später erzählte.
Im Song “Many Rivers to Cross” verarbeitete er diese Zeit – und auch die Geschichte seiner Vorfahren, die einst als Sklaven die Überfahrt über den Atlantik machen mussten. Der Titel wurde unter anderem von Cher, Joe Cocker und Harry Nilsson mit John Lennon gecovert.
Seit 2010 in der Rock and Roll Hall of Fame
Cliffs Einfluss auf andere Künstler war groß: Von Reggae-Stars bis hin zu Pop- und Rock-Musikern sah man in ihm ein musikalisches Vorbild. Als Studiomusiker arbeitete er für die Rolling Stones oder mit Künstlern wie Wyclef Jean, Sting und Annie Lennox zusammen.
Sieben Mal wurde er für einen Grammy nominiert und gewann ihn zweimal in der Kategorie “Bestes Reggae-Album”. 2010 wurde Cliff in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Sein letztes Studioalbum “Refugees” erschien 2022.
