Was der KI-Boom für das eigene Depot bedeutet

Was der KI-Boom für das eigene Depot bedeutet

Anzeigetafel im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse

Stand: 20.11.2025 17:12 Uhr

Höher, weiter, schneller – so läuft es derzeit an der Börse beim Thema Künstliche Intelligenz. Und doch gibt es immer mehr Zweifler an der Börse, die eine Blase fürchten, die bald platzen könnte.

Melanie Böff

Künstliche Intelligenz ist im Moment in aller Munde – und wahrscheinlich auch in jedem Depot. Kleinanleger fragen sich jedenfalls immer häufiger: Geht die Wette auf KI wirklich auf? Werden die Kurse weiter steigen? “Das ist natürlich die ganz große Gretchenfrage”, sagt Christine Romar vom Trader CMC Markets: “Wenn man sich in letzter Zeit mal angesehen hat, was so große institutionelle Anleger von diesen Bewertungen halten, muss man eigentlich zum Schluss kommen, da ist vielleicht ein bisschen der Schwung raus.”

Sie weiß aus der Geschichte: Es gibt auch Fehlinvestitionen in diesem Markt – und Korrekturen an der Börse. Aber gerade mit Blick etwa auf Chiphersteller müsse man größer denken, da diese die Ressourcen liefern für KI, nämlich Rechenleistung. “Wenn man sich die Aufträge anschaut und wie viel da auch noch in der sogenannten Pipeline ist, dann habe ich meine Zweifel jetzt schon davon zu sprechen, dass der Hype vorbei ist”, so Romar.

Techkonzerne beeinflussen Depots

Genau in dem Punkt sind sich Börsenprofis uneins. Hendrik Leber, Chef von Acatis Investment, ist auch überzeugt: KI wird bleiben, immer besser werden und Firmen, die KI nicht anwenden, abgehängt, sagt er. “Die andere Frage ist die Geldsicht: Wer verdient mit KI und wer investiert in KI? Und da denke ich, sind wir in einer Blase im Moment. Lieschen Müller weiß, wer Nvidia ist und dass man die unbedingt haben muss. Und das ist immer ein Zeichen, dass der Boom kurz vor dem Ende ist.”

Der Börsenprofi sieht im Moment viel Unvernunft im Markt. Was aber sollten Kleinanleger tun, die Papiere der großen Tech-Giganten im Depot haben oder in einen ETF-Sparplan Geld anlegen? Denn in vielen breit gestreuten Anlageprodukten haben KI-Titel inzwischen erhebliches Gewicht erreicht. Das heißt: Die Entwicklung der Tech-Konzerne beeinflusst stark die ganzer Portfolios.

Wie stark setzen also auch Kleinanleger auf das Thema KI und vor allem wissen sie davon? “Ich würde sogar sagen, es gibt kaum eine Firma, in der KI nicht drinsteckt”, betont Leber: “Also, man kann sich heute dem Thema nicht mehr entziehen, ich wüsste jetzt keine Branche, wo das geht. Überall ist KI drin oder kommt KI rein, also das ist in jedem Depot wahrscheinlich vorhanden.”

Verluste sind nicht ausgeschlossen

Leber sagt, der Blick auf die Zahlen sei wichtig: “Wer langfristig investiert ist und weiß, dass seine Firmen im Portfolio gute Umsätze machen, gute Gewinne erzielen, den dürfte das nicht erschrecken. Der muss einfach mal über eine bestimmte Zeit die Luft anhalten, und dann geht das wieder vorbei.”

Allerdings sind Verluste nicht ausgeschlossen, wie die Geschichte gezeigt hat. Wo die Erwartung riesig ist, da muss man immer auch mit Enttäuschung rechnen.

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