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Woher der Strom für die Rechenzentren kommen soll
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Woher der Strom für die Rechenzentren kommen soll

By Abrar Hussain
November 20, 2025 3 Min Read
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Ein Rechenzentrum von Amazon Web Services befindet sich im Bau neben dem Kernkraftwerk Susquehanna in Berwick, Pennsylvania (Archivbild).

Stand: 20.11.2025 13:29 Uhr

US-Techfirmen investieren Milliarden in neue Rechenzentren. Dort wollen sie vor allem ihre Künstlichen Intelligenzen entwickeln. Doch die vielen Chips verbrauchen Unmengen Energie. Woher soll die kommen?

Nils Dampz

Fairwater nennt Microsoft eines ihrer neuen Gelände, das der Softwarekonzern gerade in Atlanta baut. Riesige graue Hallen, darin reihenweise Schränke, in die hunderttausende Computerchips gestopft werden. “In diesem einen Gebäude wird fast so viel Rechenpower stecken, wie wir vor zweieinhalb Jahren in allen unseren Rechenzentren hatten”, erklärt Scott Guthrie von Microsoft einem Tech-Blogger. Das Unternehmen versuche, seine Rechenkapazitäten alle eineinhalb bis zwei Jahre zu verzehnfachen. 

Vor allem, um damit Künstliche Intelligenzen zu entwickeln. US-Tech-Unternehmen wollen in den kommenden Jahren zusammen mehrere hundert Milliarden Dollar für neue Rechenzentren ausgeben. Die größten Betreiber sind Google, Microsoft und Amazon. 

In einem Firmenvideo 2023 sprach Google-Chef Sundar Pichai über seine Vision, wie der Strombedarf gedeckt werden soll: “Zwei Drittel der Energie für unsere Büros und Datenzentren werden rund um die Uhr CO2-frei produziert. Ende des Jahrzehnts sollen es 100 Prozent sein.”

Nur rund ein Viertel aus Erneuerbaren Energien

Die Internationale Energieagentur hat ermittelt, woher der Strom kommt, mit denen die Rechenzentren in den USA heute betrieben werden: 55 Prozent stammen demnach aus fossilen Energiequellen, wie Kohle und Erdgas. Rund 20 Prozent kommt Atomstrom, nur knapp ein Viertel stammt bisher aus Erneuerbaren wie Wind und Solarstrom. 

Patty Martin ist Umweltaktivistin und lebt in Quincy, einer Kleinstadt in Washington State. Microsoft und andere Firmen betreiben hier mehrere Zentren. “Ich konnte sie riechen”, so Martin: “Ich war am Pool und dachte: Warum riecht es hier so nach Diesel? Dann wurde mir klar, dass es die Dieselaggregate der Rechenzentren sind, die haben sie 99 Stunden lang laufen lassen.”

Stromverbrauch der Rechenzentren steigt weiter

Laut Schätzungen gibt es in den USA über 4.000 Rechenzentren. Diese verbrauchen drei Prozent des Strombedarfs des ganzen Landes. 2030 sollen es schon acht Prozent sein. Das hat die Investmentbank Goldman Sachs ausgerechnet.

Um den Bedarf zu decken, will Microsoft in den nächsten Jahren unter anderem auch ein schon stillgelegtes Atomkraftwerk in Pennsylvania wieder hochfahren. Andere entwickeln sogar neuartige Kern-Reaktoren. Google arbeitet dafür mit dem Energie-Startup “Kairos Power” aus Kalifornien zusammen. 

“Der Unterschied ist: Sie sind viel kleiner als traditionelle Atomkraftwerke”, sagt Professor Hank Jenkins-Smith von der Universität Oklahoma. Sie sollen direkt neben Datenzentren gebaut werden können und günstiger sein als traditionelle Atomkraftwerke.   

Kühlung verbraucht viel Wasser

Es geht aber nicht nur um Strom. Die vielen Rechner müssen gekühlt werden, dafür werden riesige Mengen Wasser verwendet. Das wird im Kühlprozess aber nicht wiederverwendet, sondern verdunstet. “Das funktioniert im Prinzip so, wie wenn Menschen schwitzen. Wenn es zu heiß wird, tritt Schweiß aus, der verdunstet. Das ist der effizienteste Weg Hitze abzuführen”, sagt Aron Wemhoff von der Villanova University der Deutschen Welle: “Kühlsysteme, die ohne Wasser laufen, kühlen vermutlich weniger gut.”

Stromrechnungen steigen

Google arbeitet sogar daran, Rechenzentren im Weltall zu bauen. Da ist es kühl genug, die Energie soll von der Sonne kommen. Auf der Erde wird dagegen der Protest gegen Rechenzentren lauter. Die Argumente der Techfirmen, dass sie Jobs und Steuergelder bringen, lassen Aktivisten nicht gelten. 

Energieversorger rüsten ihre Netze auf, um Stromausfälle zu vermeiden, das wird oft an die Kunden weitergegeben. Die Rechnung von Patty Martin in Quincy habe sich sogar verdoppelt, sagt sie. Außerdem drohten Blackouts und Wasserknappheit. Ihrer Meinung nach “sei der Schaden für die Umwelt, den Nutzen, den die Menschen zu haben glauben, nicht wert.”

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Abrar Hussain

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