Olympische Spiele hat es hierzulande zuletzt vor mehr als fünfzig Jahren gegeben. Nun will sich der Deutsche Olympische Sportbund erneut um die Ausrichtung bewerben – und bekommt dafür von der Bundesregierung Rückendeckung.
Es soll auch ein Signal an den internationalen Sport sein: Die Bundesregierung hat ihre Unterstützung für eine deutsche Olympia-Bewerbung unterstrichen. Das Kabinett stimmte der Unterzeichnung einer “politischen Vereinbarung zu einer deutschen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele” zu, wie die schwarz-rote Regierung mitteilte.
Die Vereinbarung wird demnach zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), den Bewerbern Berlin, München, Hamburg und Rhein-Ruhr sowie dem Bundeskanzleramt geschlossen. Sie soll am 4. Dezember unter anderem von Kanzler Friedrich Merz unterzeichnet werden. Damit soll auch ein Zeichen an das Internationale Olympische Komitee (IOC) gesendet werden, dass es in Deutschland ein gemeinsames Bekenntnis von Sport und Politik zu dem Bewerbungsprozess gibt.
Sommerspiele zuletzt 1972 in München
Der DOSB will im Herbst 2026 den deutschen Kandidaten für eine Olympia-Bewerbung bestimmen. Den Weg zur Auswahl des Bewerbers für die Austragung der Sommerspiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 soll die DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember in Frankfurt am Main festlegen.
In der Vergangenheit waren deutsche Bewerbungen mehrmals an der Unterstützung in der Bevölkerung gescheitert. 2015 scheiterte etwa eine Bewerbung Hamburgs für die Sommerspiele 2024 an einem Bürgerentscheid. Dieses Mal hat sich München im einem Votum Ende Oktober bereits mit einer Mehrheit von 66,4 Prozent für eine Bewerbung ausgesprochen. In Hamburg ist der Bürgerentscheid am 31. Mai 2026 geplant. In Berlin soll es kein Referendum geben.
Olympische Sommerspiele hatte es in Deutschland bislang zweimal gegeben, zuletzt 1972 in München und davor 1936 in Berlin.
Starke internationale Konkurrenz
Im Falle einer Bewerbung muss Deutschland bei der Vergabe durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit starker Konkurrenz rechnen. Indien und Katar haben für 2036 Interesse bekundet, und auch Saudi-Arabien dürfte nach der Fußball-WM 2034 Interesse an den Spielen haben. In Europa könnte Madrid der stärkste Rivale einer deutschen Bewerbung sein.
Noch aber ist offen, wann und nach welchem Modus künftige Spiele vergeben werden. Die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat eine Kommission einberufen, die den aktuellen Auswahlprozess überprüfen soll.
Die nächsten Olympischen Sommerspiele finden 2028 in den USA, in Los Angeles statt.
