Seit Dienstag sind RWE und die Polizei am Tagebau Hambach bei Kerpen dabei, das so genannte Manheimer Sündenwäldchen zu räumen. Das etwa ein Hektar große Waldstück wird von Umweltaktivisten besetzt. Der Einsatz wurde mit Beginn der Dunkelheit unterbrochen.
Am Dienstagvormittag hatte die Polizei damit begonnen, die insgesamt 16 Aktivisten aus dem Wald zu holen. Dazu waren mobile Hebebühnen im Einsatz.
Aktivisten leisten keinen Widerstand
Bis zuletzt verlief die Räumung friedlich, die Aktivisten leisteten keinen Widerstand. Die Beamten nehmen ihre Personalien auf. RWE will Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gegen sie erstatten.
Einsatzkräfte aus ganz NRW vor Ort
Viele Einsatzfahrzeuge sind wegen der Räumung vor Ort
Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei waren vor Ort. Sie waren aus ganz NRW ins Rheinische Revier gerufen worden.
Eine Polizeisprecherin sagt, dass die Beamten zunächst die Mitarbeitenden von RWE abgesichert hatten, die am Dienstag das umstrittene Sündenwäldchen abholzen wollten. Zudem riegelte die Polizei das Waldstück ab. Am Mittwoch will RWE die letzten Bäume fällen.
Die Stadt Kerpen hatte dort vor einigen Wochen auf Wunsch von RWE ein Betretungs- und Aufenthaltsverbot verhängt und mit einer Räumung gedroht, sollten die Demonstranten das Sündenwäldchen nicht freiwillig verlassen.
Sündenwäldchen seit über einem Jahr besetzt
RWE und Polizei hatten gehofft, dass die Umweltaktivisten freiwillig ihre Baumhäuser verlassen. Viele der Holzkonstruktionen sind in den vergangenen Wochen vom Sturm beschädigt worden. Die Waldbesetzer demonstrieren jedoch mittlerweile seit über einem Jahr gegen die Rodung der Bäume.
RWE will in Höhe des ehemaligen Kerpener Ortsteils Manheim Sand und Kies für die Böschungen des geplanten Hambacher Sees abgraben.
Unsere Quellen:
- Polizei Rhein-Erft-Kreis
- Stadt Kerpen
- RWE
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Über dieses Thema berichtet der WDR am 18.11.2025 auch im WDR-Fernsehen: Lokalzeit aus Köln, 19:30 Uhr.
