Im Nordwesten Nigerias hat eine bewaffnete Gruppe ein Mädcheninternat überfallen. 25 Schülerinnen wurden entführt, ein Lehrer getötet, ein weiterer verletzt. In diesem Landesteil kommt es immer wieder zu Entführungen.
Nach einem bewaffneten Überfall auf ein Mädcheninternat in Nigeria sind mindestens 25 Schülerinnen verschleppt worden. Die Tat ereignete sich in der Nacht zu Montag. Die Angreifer drangen nach Polizeiangaben gegen vier Uhr in die Government Girls’ Comprehensive Secondary School in Maga im nordwestlichen Bundesstaat Kebbi ein. Dort eröffneten sie das Feuer und töteten den stellvertretenden Schulleiter, ein weiterer Mitarbeiter wurde verletzt.
Laut Polizei waren die Täter mit “modernen Waffen” ausgerüstet. Sie lieferten sich einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften, bevor sie mindestens 25 Schülerinnen aus ihren Schlafsälen entführten. Einsatzkräfte suchten derzeit mutmaßliche Fluchtrouten sowie umliegende Wälder ab, um die Schülerinnen und ihre Entführer zu finden, heißt es weiter.
Nigeria seit Jahren von Entführungen betroffen
Der Überfall auf die Schule in Maga ist das jüngste Beispiel einer Reihe ähnlicher Taten. Im Bundesstaat Kebbi waren 2021 mehr als 80 Schüler verschleppt worden. Einige von ihnen blieben mehr als zwei Jahre in Geiselhaft.
Im März 2024 wurden im nördlichen Bundesstaat Kaduna im Zentrum des Landes 130 Schulkinder gekidnappt. Nach mehr als zwei Wochen ließen ihre Entführer sie frei.
Eine der wohl spektakulärsten Geiselnahmen ereignete sich 2014. Die islamistische Boko-Haram-Miliz verschleppte in Chibok im Nordosten Nigerias 276 Mädchen. Das Schicksal von fast 100 Geiseln ist bis heute ungeklärt.
Insgesamt sollen in den vergangenen Jahren in Nigeria mehr als 1.500 Schülerinnen und Schüler entführt worden sein. Immer wieder nutzen bewaffnete Gruppen die schlechte Sicherheitslage aus, um für Geiseln Lösegeld zu erpressen.
