Polens Regierung vermutet nach Explosion auf Bahnstrecke Sabotage

Polens Regierung vermutet nach Explosion auf Bahnstrecke Sabotage

Donald Tusk besucht die durch Sabotage beschädigte Eisenbahnstrecke Mika in der Nähe von Deblin, Polen.

Stand: 17.11.2025 12:06 Uhr

In Polen ist offenbar ein Sabotageakt auf eine Bahnstrecke verübt worden: Zwischen Warschau und Lublin zerstörte eine Explosion ein Gleis. Konkretes Ziel das mutmaßlichen Anschlags war laut Regierung wohl nicht das Gleis, sondern ein Zug.

Der mutmaßliche Sprengstoffanschlag auf eine Bahnstrecke in Polen könnte nach Regierungsangaben einem Zug gegolten haben. “Die Explosion unweit der Ortschaft Mika hatte höchstwahrscheinlich zum Ziel, einen Zug von Warschau nach Deblin in die Luft zu sprengen”, sagte Polens Regierungschef Donald Tusk bei einem Besuch vor Ort. “Glücklicherweise ist es nicht zu einer Tragödie gekommen, aber die Sache ist sehr ernst.”

Zuvor hatte Tusk bereits von einem Sabotageakt auf die Bahnstrecke gesprochen. “Leider sind unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt worden”, schrieb er auf der Plattform X. Durch eine Sprengladung auf der Strecke zwischen Warschau und dem ostpolnischen Lublin sei am Sonntag in der Ortschaft Mika ein Gleis zerstört worden.

In einem anfahrenden Zug saßen demnach zwei Passagiere und mehrere Angestellte. Verletzte wurden nicht gemeldet. Auch an einer anderen Stelle entlang derselben Strecke wurden die Gleise beschädigt. Tusk machte bisher keine Angaben darüber, wen er für die Explosion verantwortlich machte.

Wichtiger Unterstützer der Ukraine

Polen ist aber einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Viele Militärtransporte in die Ukraine laufen über Polen in das angegriffene Nachbarland. Die jetzt betroffene Strecke führt zum Grenzort Dorohusk und von dort weiter in die Ukraine.

Die Regierung in Warschau wirft den Geheimdiensten Russlands und seines Verbündeten Belarus vor, viele Agenten ins Land zu schicken und Saboteure anzuwerben.

Der Sprecher des Geheimdienstkoordinators hatte im Oktober gesagt, allein in den vergangenen Monaten seien 55 Personen gefasst worden, die im Auftrag russischer Geheimdienste zum Schaden Polens gehandelt hätten.

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