In Belgien hat es erneut Vorfälle mit Drohnen unbekannter Herkunft gegeben. Es gab Sichtungen über einem wichtigen Flughafen und einem AKW. Nach Deutschland hilft nun auch Großbritannien mit Spezialisten.
Wieder Drohnen über kritischer Infrastruktur in Belgien: Der Flughafen Lüttich musste nach mehreren Drohnensichtungen am Sonntagabend vorübergehend schließen und über einem Atomkraftwerk in der Nähe von Antwerpen schwebten ebenfalls Drohnen.
Der Flugverkehr am Airport, der zu den größten Frachtflughäfen Europas zählt, wurde am Abend für eine knappe Stunde ausgesetzt. Der Flugbetrieb in Lüttich war wie auch am Flughafen in Brüssel schon in den Tagen zuvor durch Drohnen gestört worden.
Drei Drohnen über AKW
Über dem Kraftwerk Doel wurden insgesamt drei Drohnen gesichtet. Der Betrieb sei dadurch nicht beeinträchtigt worden, sagte ein Sprecher. Die Behörden seien informiert worden.
Angesichts der hohen Zahl von Drohnensichtungen in jüngster Zeit hatte das Bundesverteidigungsministerium vergangene Woche mitgeteilt, dass die Bundeswehr Belgien bei der Abwehr helfe. Belgien habe die Unterstützung beantragt.
London schickt Anti-Drohnen-Personal
Auch Großbritannien hilft nun Belgien. London sende Anti-Drohnen-Ausrüstung und Personal nach Belgien, sagte ein Armeesprecher. Verteidigungsminister John Healey sagte, man unterstütze den NATO-Partner. Es gehe angesichts zunehmender hybrider Bedrohungen darum, die kritische Infrastruktur und den Luftraum gemeinsam zu verteidigen und zu schützen.
Zuletzt waren in Belgien mehrfach Drohnen gesichtet worden, unter anderem bei der von der NATO genutzten Militärbasis Kleine-Brogel. Unbestätigten Berichten zufolge ist der Luftwaffenstützpunkt einer der Orte in Europa, an denen US-Atomwaffen lagern.
In Belgien befinden sich der Hauptsitz der NATO und der Europäischen Union. Hier lagert bei dem Finanzdienstleister Euroclear auch ein Großteil der nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Westen eingefrorenen Vermögenswerte. Viele EU-Länder möchten Teile dieser Vermögenswerte als Sicherheit für Kredite an die Ukraine nutzen, doch Belgien wehrt sich bislang dagegen.
